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"Erlebe Emotionen"
 


 

 

30. Juni 2008 - Abschied mit erhobenem Haupt

Trotz der Finalniederlage feiert die deutsche Nationalmannschaft in Berlin mit ihren Fans - Metzelder: "Wir können stolz auf uns sein".

Auch Bastian Schweinsteigers trug das T-Shirt, das sich alle Nationalspieler übergestreift hatten. Die Aufschrift darauf symbolisierte die Grundhaltung der deutschen Mannschaft: "So gehen die Deutschen", nämlich: aufrecht und erhobenen Hauptes. Die Tränen vom Vorabend waren getrocknet, als sich die Mannschaft nach dem 0:1 (0:1) im EM-Finale gegen Spanien am Montagnachmittag am Brandenburger Tor von ihren Fans verabschiedete.

Ihre Müdigkeit ließen sich die Spieler bei ihrem letzten Auftritt während der "Bergtour 2008" nicht anmerken, Stürmer Lukas Podolski schnappte sich das Mikrofon und stimmte mit den Fans sogar sein berühmtes "Humba, tätärä" an. Von Erschöpfung keine Spur. Denn trotz des verloren gegangenen Endspiels hatten sie in Wien die Nacht zum Tag gemacht und im Nobelclub "Phönix" bis in die Morgenstunden gefeiert. Mit ihren Frauen und Freundinnen, der Führung des Deutschen Fußball-Bundes und allen Betreuern, mit denen sie in vergangenen 45 Tagen zusammen unterwegs waren. Die Stimmung war erst gedämpft, wurde aber von Stunde zu Stunde und mit jedem weiteren Tropfen Alkohol besser. Als Letzte kehrten Torsten Frings und Per Mertesacker 7.30 Uhr ins Teamhotel zurück.

Der erste Frust über die Niederlage gegen die Spanier, die trotz der leidenschaftlichen, aber ideenlosen Bemühungen um den Ausgleich in der zweiten Hälfte berechtigt war, war vorüber. Unter dem Strich muss die deutsche Nationalelf mit dem zweiten Platz zufrieden sein. Kurzzeitig hatte, wie bei den vorangegangenen Turnieren 2000 und 2004, sogar das Aus nach der Vorrunde gedroht. Nach den Siegen über Portugal und die Türkei (jeweils 3:2) wurden der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes im Finale ihre Grenzen aufgezeigt.

"Die Spanier haben in ihrem Spiel nach vorn eine viel höhere Qualität entwickelt als wir", räumte Christoph Metzelder ein und resümierte im Hinblick auf den Turnierverlauf: "Wir können trotz der Niederlage im Finale stolz auf uns sein. Allerdings haben wir es nicht geschafft, den Schwung zu kreieren, mit dem wir 2006 bei der Weltmeisterschaft in die Spiele gegangen sind."

Diesmal spielte die deutsche Auswahl nicht konstant genug. Kritiker attestierten ihr mit zunehmendem Turnierverlauf "zwei Gesichter". Sie spielte souverän wie zum Auftakt des Turniers gegen Polen (2:0) und im Viertelfinale gegen Portugal - oder aber von Glück beseelt und wenig überzeugend wie gegen Österreich (1:0) oder die Türkei.

Auch wenn es am Ende der "Bergtour 2008" nicht gelang, den Gipfel zu erklimmen, zeigte sich der Bundestrainer zufrieden. Joachim Löw befand, dass die Mannschaft Großartiges geleistet habe. Er lobte den Spaß und die Freude, mit denen die Spieler an die Arbeit gegangen waren, ihren Ehrgeiz und den respektvollen Umgang. In den kommenden Tagen will sich Löw nun an die Analyse des Turniers machen. Eines sei schon jetzt klar: "Wenn man die letzten beiden Jahre nimmt, haben wir eine gute Entwicklung genommen. Wir sind ganz vorn angekommen und in der Spitze Europas und der Welt vertreten", sagte Löw. Nun sei es wichtig, trotz aller Enttäuschung keine Kraft und Energie zu verlieren, um weiter hart arbeiten zu können. "Wir wollen jetzt alles dafür tun", fuhr Löw fort, "um auch in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika eine gute Rolle zu spielen."

Nach dem ersten Moment der Enttäuschung war Löw am Sonntagabend auf dem Rasen des Wiener Ernst-Happel-Stadions von Spieler zu Spieler gegangen. Er hatte tröstende Worte gefunden. Auch für Schweinsteiger, der weinend auf dem Rasen gelegen hatte. "Ich habe mich bei jedem einzelnen für seinen Einsatz bedankt", sagte Löw, der trotz aller Emotionen schon zu einer Erkenntnis gekommen ist: "Wir haben nicht immer die ganz hohe spielerische Qualität abgerufen."

Insbesondere im letzten Spiel bei dieser EM, wo die Mannschaft lediglich viermal aufs gegnerische Tor schoss - die Spanier 13-mal. "Wir waren nicht gefährlich genug", sagte Torsten Frings, "aber wir standen immerhin im EM-Endspiel und lassen uns das ganze Turnier nur wegen dieser Niederlage jetzt nicht schlecht reden." Allerdings räumte der defensive Mittelfeldspieler auch ein: "Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern."

Auf jeden Fall gilt Schweinsteigers Versprechen: "Wir werden alles tun, so schnell wie möglich mit einem Pokal am Brandenburger Tor aufzukreuzen."

Quelle: www.welt.de

 

Jens Lehmann auf der Fanmeile Berlin

 

 

29. Juni 2008 - Abschied von einem Traum

Jens Lehmann steht auf der Torlinie, ganz gerade, so als würde er einen Elfmeter erwarten. Aber es kommt kein Schuss, kein Stürmer läuft auf ihn zu. Lehmann steht nur reglos da und schaut in die Ferne, wo ein paar Feuerwerkskörper knallen und Fußballer in roten Trikots tanzen.

Dann kommt Joachim Löw. Langsam geht er auf Lehmann zu, der jetzt am Pfosten lehnt, den Blick immer noch starr. Löw gibt Lehmann die Hand, umarmt ihn, und dann stehen sie kurz nebeneinander, schauen auf die jubelnden Spanier und die deutschen Spieler, die auf dem Boden liegen oder sitzen. Bastian Schweinsteiger. Miroslav Klose. Per Mertesacker.

Lehmann und Löw nehmen in diesem Moment Abschied von einem Traum. Und vielleicht auch ein bisschen von sich.

"Ich habe ihm zu seiner Leistung gratuliert", sagt Löw später, "und Danke gesagt für alles, was er getan hat." Es sind Worte eines nahenden Abschieds, auch wenn Lehmann später sagt, dass er jetzt nichts sagen werde zum möglichen Ende seiner DFB-Karriere.

Stattdessen berichtet der Torwart von seiner Enttäuschung und von Gedanken darüber, ob man vielleicht etwas besser hätte machen können. "Aber der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers. Hätte, hätte, hätte", sagt Lehmann dann.

Es ist faszinierend, wie realistisch und analytisch dieser 38-Jährige nach diesem Spiel blieb, nach diesen 90 Minuten, die eigentlich seine Karriere krönen sollten. Aber vielleicht wusste Lehmann, dass diese 0:1 (0:1)-Niederlage einfach zu deutlich war, zu klar und entwaffnend, dass jede Flucht in einen Konjunktiv unpassend gewirkt hätte. Und lächerlich.

Spanien ist ein verdienter Europameister. Spanien verlor kein Spiel bei dieser EM. Es stellte den Torschützenkönig (David Villa, vier Treffer), kassierte in sechs Spielen nur drei Gegentore (ab dem Viertelfinale kein einziges mehr) und schoss selbst zwölf. Spanien gewann beide Partien gegen brillante Russen, ein Elfmeterschießen gegen Italien, diese Katze mit den sieben Leben. Und Spanien besiegte Deutschland, die Turniermannschaft mit der respekteinflößenden Vergangenheit. Man kann nicht viel mehr leisten bei einer Europameisterschaft.

Man kann auch nicht viel besser spielen.

Quelle: Spiegel Online


 

Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers

Jens Lehmann im Interview nach dem Finale

 

 

 

28. Juni 2008 - Jens Lehmann - Nicht immer mitreißend aber mental stark

Am Ende war es auch ein langer, schwerer Weg für Jens Lehmann. Voller Zweifel von außen, kleiner Rückschläge und schöner Momente, einiges hatte da auf ihn eingewirkt. Wie ein Fußballweiser wirkte der deutsche Torwart, als er nach dem Triumph im Halbfinale über die Türken seine Meinung abgab zu den Erlebnissen der zurückliegenden neunzig Minuten. Mit stoischer Ruhe begegnete er in den Katakomben des Baseler Stadions der Aufregung um ihn herum. Geduldig in der Hand hielt er auf einem Pappteller eine Portion Spaghetti mit Tomatensauce.

„Im Fußball gleicht sich alles aus. Klassespieler kommen immer schnell über Enttäuschungen hinweg.“ Eigentlich wollte Lehmann damit der turbulenten Schlussphase im Spiel des jungen Kollegen Philipp Lahm Rechnung zollen, ihn loben für die Kehrtwende, als dem kleinen Münchner nur Minuten nach dem schweren Abwehrpatzer an der Torauslinie noch der entscheidende Treffer in diesem kuriosen Halbfinale gelungen war. Ähnliche Worte würde der deutsche Keeper sicher auch über sich sagen. Ist dieses für ihn vielleicht letzte große Turnier seiner Karriere doch auch eine nervenaufreibende Kurvenfahrt gewesen - mit einer wunderbaren Wendung. Die finale Etappe steht am kommenden Sonntag bevor.

Mit provokanter Pose hatte sich Lehmann vor dem Turnier noch aufgebaut, als er die Kritik an seinen Darbietungen im Tor und den Wechsel zurück in die Bundesliga zum VfB Stuttgart kommentieren sollte. Eine ganze Saison lang war er in seinem Verein Arsenal London nur Reservemann gewesen. „Wir Deutsche machen uns gern Sorgen. Wenn nicht, würde uns etwas fehlen“, raunzte er während einer der ersten live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenzen aus dem Mannschaftsquartier im Tessin.
Nach dem Sieg am Mittwoch zeigte der Torwart-Dino sich ruhig und zufrieden. Mit Schlauheit vermied Lehmann, zu tief in die Materie hineinzugehen, hätte sich doch auch im Türken-Spiel die eine oder andere Unsicherheit in seinem Spiel feststellen lassen können. Bei beiden Gegentreffern sah der Torwart nämlich nicht besonders glücklich aus.
Keine dicken Fehler, die zu größerer Kritik Anlass geben müssten, aber eben nicht die souveränste Vorstellung eines selbsternannten Alpha-Tieres. Der Bundestrainer wollte nach dem großen Schritt ins Finale des Turniers keine individuelle Fehleranalyse betreiben. „Ich rede heute nicht über einzelne Spieler und deren Leistung“, sagte Joachim Löw. Das glorreiche Endergebnis des Spiels richtete den Blick logischerweise mehr auf die positiven Dinge des Abends. „Manchmal reicht es, nur ein bisschen besser zu sein als der Gegner“, sagte Lehmann.

Seine kühle Kalkulationsrechnung ist bislang bei dieser EM für Lehmann aufgegangen. Im Viertelfinale gegen Portugal zeigte er sich einmal als großartiger Rückhalt auf altem Weltklasseniveau, vorher und nachher passte er sich eher den wechselhaften Formkurven seiner Mitspieler an, allerdings ohne Konsequenz für die sportliche Zielsetzung der Mannschaft, weit kommen zu wollen in diesem Turnier.

Immer wieder flammte die Kritik am 38 Jahre alten Torwart auf. Manch einer fühlte sich bestätigt in seiner Annahme, die fehlende Spielpraxis hätte Lehmann die alte Sicherheit genommen. Der Torwart selbst sieht diese Gegenredner wohl eher als Erbsenzähler. Ihn interessierte in seiner Verfassung nur das jeweilige Endergebnis, welches die gesamte Mannschaft einfuhr.
Und das kann sich bekanntermaßen sehen lassen. „Hier hat sich wieder der Mythos der Deutschen gebildet, aus dem Nichts heraus etwas zu machen“, so Lehmann. Er spielte damit natürlich an auf das oft in der Fußballwelt bemühte Image der Turniermannschaft, die sich von Rückschlägen stets berappelt und in den verrücktesten Situationen vor allem nicht das innere Gleichgewicht verliert.
Der Torwart Lehmann des Jahres 2008 verkörpert dieses Bild des deutschen Fußballs von allen Spielern wohl derzeit am prägnantesten - nicht immer mitreißend auf dem Platz, aber dafür mental stark in allen Lagen.

Bevor Lehmann mit seinem abgekühlten Spaghetti-Teller in die Nacht verschwand, wies er noch lächelnd darauf hin, dass er sowieso nicht mit einem anderen Ergebnis als diesem gerechnet hätte. „Mit fast jeder Mannschaft, in der ich gespielt habe, konnte ich ein europäisches Pokalfinale erreichen.“ Und faktisch hat er recht: Mit Arsenal London erreichte er 2006 das Endspiel in der Champions League, mit Borussia Dortmund 2002 das im Uefa-Cup. Vor genau elf Jahren gewann er sogar den Uefa-Pokal mit Schalke 04. Eben ein echter „Euro-Fighter“. Doch von Leichtigkeit waren Lehmanns Kämpfe nie geprägt - auch der jüngste nicht.

Quelle: FAZ, Michael Ashelm

 

 

26. Juni 2008 - Jens Lehmann im Interview: "Wir waren die besseren Türken" 

Basel - Jens Lehmann bahnte sich kurz vor Mitternacht seinen Weg in Richtung des Mannschaftsbusses.

Mit einem Lächeln im Gesicht, der Sporttasche über der Schulter und einem Teller Spaghetti in der Hand. Die Kohlenhydratspeicher müssen eben auch oder gerade nach Nervenschlachten aufgefüllt werden. Der DFB-Keeper hatte einen bewegten Abend erlebt mit der deutschen Nationalmannschaft im EM-Halbfinale gegen die Türkei. Schwach gespielt, einen Rückstand umgebogen, vier Minuten vor Schluss den Ausgleich durch die "Comeback-Könige" hingenommen und in der Schlussminute den Siegtreffer erzielt - so könnte man das 3:2-Drama von Basel in einem Satz zusammenfassen. Am Ende dieses Abends steht der erste deutsche Finaleinzug bei einem großen Turnier seit der WM 2002. Am Sonntag geht es in Wien gegen Spanien oder Russland.

Im Interview spricht Lehmann über die Gründe des Erfolges, die Last der Favoritenbürde und die kommende Aufgabe.

Frage: Herr Lehmann, wie haben sie die letzte Spielminute erlebt?

Jens Lehmann: Am liebsten wäre ich mit nach vorne gelaufen. Aber nach den Erfahrungen mit den Türken bin ich dann doch lieber hinten geblieben und habe zur Vorsicht gemahnt.

Frage: Es gab große Probleme, nicht nur in der Deckung. Woran lag das? 

Lehmann: Alle Mannschaften, die jetzt sechs Tage frei hatten, haben aufgrund des Rhythmus Schwierigkeiten gehabt. Man hat gemerkt, dass es sehr schwer war, ins Spiel zu kommen. Schon nach fünf Minuten wussten wir, dass es ein unheimlich schwieriges Spiel wird. Das Tor von Schweini war Gold wert, das hat uns zurück ins Spiel gebracht.

Frage: Es fiel aus dem Nichts, oder?

Lehmann: Daraus bildet sich wieder der Mythos der Deutschen, die aus nichts etwas machen.

Frage: Kann das im Finale der entscheidende Faktor sein, gerade wo Sie heute Schwierigkeiten hatten, das Spiel gewinnen zu müssen?

Lehmann: Favoriten sind wir jetzt jedenfalls nicht mehr. Wir werden uns das andere Halbfinale anschauen und hoffen, dass es über 120 Minuten geht. Dann sehen wir weiter.

Frage: War es gegen die Türkei ein Problem, dass Sie die Favoritenrolle inne hatten?

Lehmann: Es ist immer unheimlich schwierig zu sagen, warum man nicht so ins Spiel kommt. Diese sechs Tage waren anscheinend wirklich zu lang. Wir waren aber heute die besseren Türken, die vielleicht selber nicht mehr damit gerechnet haben, dass wir noch einmal zurück kommen.

Frage: Was hat die Türken so stark gemacht?

Lehmann: Eine unheimlich große Laufbereitschaft, außerdem sind sie sehr ballsicher. Sie sind einfach schwierig zu spielen.

Frage: Ist Philipp Lahm zu Recht „Man of the match“ geworden?

Lehmann: Die Mannschaft ist wichtig. Philipp hat aber mit seinem Tor das Highlight gesetzt.

Frage: Ist es typisch für ihn, dass er vor dem 2:2 den entscheidenden Zweikampf verliert, aber dann im Gegenzug das Siegtor macht?

Lehmann: Im Fußball gleicht sich alles aus. Klassespieler kommen schnell über Enttäuschungen hinweg.

Frage: Im Finale wartet wieder eine spielstärkere Mannschaft. Liegt Ihnen das?

Lehmann: Wir hoffen es. Wir haben alle einen großen Glauben, das ist schon einmal wichtig.

Quelle: sport1.de

 

 

 

25. Juni 2008 - Die Party geht weiter 

Der Sieg stand auf der Kippe - aber die Party geht weiter. Mit einem Last-Minute-Tor wurde Philipp Lahm zum Matchwinner für Deutschland im EM-Halbfinale gegen die Türkei.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht auf ihrer "Bergtour 2008" kurz vor dem Gipfel: Nach einer glanzlosen Vorstellung im EM-Halbfinale schoss der Münchner Philipp Lahm die favorisierte Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw mit einem Last-Minute-Tor zu einem 3:2 gegen die Türkei.

Die schwarz-rot-goldene Party geht damit weiter: Am Sonntag (29.6.) in Wien greift die DFB-Auswahl gegen Russland oder Spanien nach ihrem vierten EM-Titel und zugleich nach dem ersten Triumph bei einem großen Turnier seit zwölf Jahren - 1996 war Deutschland in England Europameister geworden.

Vor 39.000 Zuschauern im Baseler St. Jakob-Park, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Staatspräsident Abdullah Gül, sah es zunächst nicht unbedingt nach einem Sieg für die sehr passive deutsche Mannschaft aus. Die ersatzgeschwächten Türken trumpften überraschend stark auf und kamen zu zahlreichen guten Chancen gegen eine schwache deutsche Verteidigung. Die türkische Führung in der 22. Minute durch Ugur war völlig verdient.

Mit der ersten gelungenen Kombination erzielte Schweinsteiger vier Minuten nach der türkischen Führung nach Vorlage von Podolski das 1:1. Ein Weckruf war dies aber nicht. Erschreckend unsortiert wirkte vor allem die deutsche Verteidigung. Die Hereinnahme von Frings für den verletzten Rolfes sorgte für etwas mehr Stabilität. Insgesamt aber wurde das Spiel der deutschen Auswahl nur unwesentlich druckvoller.

Licht und Schatten zeigte der kleine Bayern-Verteidiger Lahm. Es war seine Flanke, die seinem Vereinskollegen Klose per Kopfball das 2:1 (79. Minute) ermöglichte - wobei allerdings der türkische Torhüter Rüstü mit einem Griff ins Leere kräftig mithalf. Ein Fehler von Lahm, der größte Probleme gegen den überragenden Hamit Altintop hatte, verhalf die Comeback-Könige aus der Türkei zum 2:2 durch Semih (86.) - ehe der kleine Linksverteidiger mit einem beherzten Schuss das 3:2 erzielte und damit zum Matchwinner avancierte.

Deutschland hatte letztmals 1996 ein EM-Endspiel erreicht. Zuvor stand die DFB-Elf 1972, 1976, 1980, und 1992 im Endspiel der Europameisterschaft. 

Quelle: Deutsche Welle

Highlights (DFB.TV)

 

 

24. Juni 2008 - Jens Lehmann im ARD-Interview 

Seit dem Erfolg gegen Portugal sind die Negativ-Schlagzeilen den positiven gewichen. «Ich könnte mir eine gewisse Arroganz leisten», kommentierte Lehmann im ARD Interview.

Vorausschauend auf das Halbfinale tritt er auch als Mahner auf. «Man darf keine Augenwischerei betreiben. So toll war der Sieg nicht. Wir haben eklatante Fehler im Aufbauspiel gemacht», lautete Lehmanns Fazit aus dem hochgelobten Portugal-Spiel.

 

 

Relaxen bevor es wieder ernst wird ...

 

 

 

24. Juni 2008 - Jens Lehmann schwor die Mannschaft auf Portugal ein

Um die Aufstellung für das Halbfinale gegen die Türkei will sich Bundestrainer Joachim Löw erst heute Gedanken machen, um die Einstellung muss er es ganz offensichtlich gar nicht. "Wir wollen jetzt auch den letzten Schritt gehen", sagt Abwehrspieler Per Mertesacker. Und dafür hat sich die Mannschaft vor den entscheidenden Spielen des Turniers an ein Ritual erinnert, das sie bereits bei der WM 2006 erfolgreich praktiziert hatte.

Es ist der Motivationstrick, der dem Team bei den Heimspielen kurz vor dem Anpfiff den letzten, vielleicht entscheidenden Kick gegeben hatte. "Unser Kreis" haben ihn die Spieler genannt. Der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Teampsychologe Hans-Dieter Hermann hatten vor zwei Jahren die Idee, in der Kabine diesen Kreis bilden zu lassen. Die Spieler sollten die Arme auf die Schultern des Nebenmannes legen, so wie bei der Nationalhymne im Stadion. Sie sollten ganz eng zusammen rücken. Nach dem Frühstück hatte Klinsmann jeweils einen Spieler ausgewählt, der dann in die Mitte treten musste, um eine vorbereitete Ansprache zu halten.
Vor dem Eröffnungsspiel der WM gegen Costa Rica war es David Odonkor, gegen Polen Oliver Kahn, vor der Partie gegen Ekuador übernahm Jens Nowotny den Part, und zum Viertelfinale gegen Argentinien fiel die Wahl auf Gerald Asamoah. Bewusst wurden Ersatzspieler ausgewählt, um zu symbolisieren, was am Ende der jeweiligen Ansprache gemeinsam gerufen wurde: "Wir sind ein Team!" Deshalb war es auch kein Zufall, dass vor dem Halbfinalspiel Torsten Frings, der gegen Italien wegen einer Sperre zuschauen musste, in der Mitte stand. Einer für alle, alle für einen.

Dasselbe Motto hat die Mannschaft vergangenen Donnerstag vor dem EM-Viertelfinalspiel ausgerufen. Ohne ihren gesperrten Trainer, der vor dem Anpfiff nicht mit seiner Mannschaft kommunizieren durfte, stellte sich der Kader in der Kabine des Basler St. Jakob-Parks auf. Zwischen den Sitzbänken drängelten sie sich aneinander, ganz eng, so wie damals.

Dann trat Jens Lehmann in die Mitte, mit 38 Jahren der Älteste im Team. Der Torwart sprach von Einsatz, Kampf, Selbstvertrauen und einer großen Chance. Dann klatschte er in die Hände, die Spieler gingen raus auf den Platz. Und sie boten gegen Portugal ihre bisher beste Partie bei der EM.

Vor dem Halbfinalspiel gegen die Türkei wollen sie sich am Mittwoch wieder gemeinsam einschwören, ihren Kreis bilden. Dasselbe Ritual, derselbe Ort. Nur das Ziel ist dann ein anderes: Mittwoch geht es um mehr. Es geht um den Einzug in das EM-Finale. 

Quelle: www.welt.de rk/laga/lw

 

 

22. Juni 2008 - Der stille Gewinner: Jens Lehmann

Der „Man of the match“ im Spiel zwischen Deutschland und Portugal war schnell gefunden: Bastian Schweinsteiger hatte gegen in der Gruppenphase so spielstarken Portugiesen sein bestes Spiel seit knapp zwei Jahren bestritten, vielleicht war es auch das Beste, was der Münchner jemals gezeigt hat. Doch der stille Gewinner war ein anderer: Jens Lehmann. Der deutsche Nationaltorwart hat harte Monate hinter sich: Im Verein ausgebootet, das Vertrauen der heimischen Öffentlichkeit verloren, der Stammplatz bei der EM sogar kurz in Gefahr. Lehmanns Auftritte in den drei Gruppenspielen waren nicht der Rede wert: Ausgerechnet die ihm eigene Souveränität schien ihm abhanden gekommen zu sein. Lag es am Alter? An fehlender Spielpraxis? Gegen Portugal strafte Lehmann alle seine Kritiker Lügen. Um es vorweg zu nehmen: Er machte ein großartiges Spiel.

Torhüter (auch Lehmann, man mag es nicht glauben) sind sensible Wesen auf dem Platz. Die erste Aktion im Spiel kann über den weiteren Verlauf der Partie entscheiden. Lehmann deutete gleich mit seiner ersten Szene an, mit welcher Urgewalt und gleichzeitiger Eleganz er an diesem Abend in Basel seinen Job verrichten würde: Eine scharfe Flanke von Simao, dem wendigen Dribbler, pflückte der Neuzugang des VfB Stuttgarts mit einer Leichtigkeit und Präzision aus der Luft, als würde der Kirschen aus Nachbars Garten klauen. Lehmanns Präsenz war bis vor die Bildschirme in Deutschland spürbar. Seine Defensive (Viererkette plus die neue Doppelsechs Hitzlsperger/Rolfes) funktionierte, weil Lehmanns Autorität im deutschen Tor in diesen ersten Minuten zurückgekehrt war. Ganz große Kunst war seine Abwehr gegen den Versuch von Christiano Ronaldo (40.). Von dessen energetischer Dynamik ließ sich Lehmann nicht beirren und blieb lange stehen, ehe er mit einem schnellen Reflex den Schuss abwehren konnte. Zu seinem Pech hatte Nuno Gomes auf diesen Abpraller gelauert, wie es gute Mittelstürmer nun einmal tun, und an Metzelders Bein vorbei traf der Portugiese zum 1:2 vor der Pause. Lehmann blieb auch in der zweiten Halbzeit ein Fixpunkt in der großartig organisierten Defensivformation.

Wer wollte, konnte allein in der Aufstellung eine interessante Beobachtung machen: Die nationalen Leitwölfe Lehmann-Ballack-Klose bildeten eine markante Linie in der Mitte des Feldes, verstärkt wurde das erfahrene Trio durch die Organisationstalente Hitzlsperger und Rolfes. An diesem Fünfer-Stamm orientierte sich das deutsche Spiel, Sprinter und Dribbler, wie Podolski oder Schweinsteiger wurde bei ihren Tempoausflügen der Rücken freigehalten, selbst der bislang nicht unbedingt durch frische Offensivaktionen auffällige Metzelder stürmte mehrfach abgesichert in die freien Schnittstellen der portugiesischen Defensive. Selbst an den deutschen Angriffen war Jens Lehmann häufig beteiligt: Nahezu jeder Abstoß und Abwurf fand einen Gegenspieler, bei Rückpässen blieb der 37-Jährige cool und beförderte den Ball immer in die sicheren Zonen.

Ganz anders sein Kollege Ricardo. Bei allen drei Turnieren (1xWM, 2xEM) verursachte der Torhüter von Betis Sevilla nicht ein Gegentor durch einen individuellen Fehler. Vielmehr ist es diese fehlende Autorität und Souveränität, die Ricardo nicht zu einem Torsteher qualifiziert, der ein Spiel mitentscheiden kann. Beim dritten Treffer durch Ballack (61.) offenbarten sich seine Schwächen in einer Szene: Beim scharf angeschnittenen Freistoß durch Schweinsteiger machte Ricardo zunächst einen Schritt nach vorne, dann wieder zurück, um sich schließlich doch noch zu entschließen, die Flanke abzufangen. Sein Versuch: Ein Witz. Michael Ballack, einer der besten Kopfballspieler der Welt, sagte Danke und köpfelte zum entscheidenden 3:1 ins Tor.

Quelle: www.torwart.de 

 

 

 

19. Juni 2008 - Sommermärchen Reloaded !

Das Wunder von Basel

Beim Spiel gegen Portugal stimmte so viel wie lange nicht. Die Deutschen waren nicht wiederzuerkennen. Offenbar braucht die deutsche Mannschaft erst unmenschlichen Druck im Turnier, bis sie zu Höchstform aufläuft.

 

Womöglich war es Einbildung, vielleicht aber sangen die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestern Abend die Hymne doch inbrünstiger als bei den drei Spielen zuvor. Diese Mannschaft war auf einer Mission; zum ersten Mal seit 2006 schien das Team wieder vom alten Kampfgeist beseelt, von Entschlossenheit und Siegeswillen. Fans und Spieler vereinten sich im Regen endlich wieder zur sportiven Deutschland AG gegen die fälschlich zu Favoriten erklärten Portugiesen. Beim Wunder von Basel stimmte so viel wie lange nicht: Die Abwehrkette an der Mittellinie stand taktisch brillant, der Zug nach vorn stimmte, Philipp Lahm war Weltklasse, Jens Lehmann sicher, der unauffällige Hansi Flick ein souveräner Bundestrainer. Schnell war klar, welcher Superstar seiner Elf mehr Kraft gab: nicht der ins Affektierte spielende Wunderknabe Christiano Ronaldo, sondern der holzige Michael Ballack.

Es scheint, als brauchte die deutsche Elf in diesem Turnier erst unmenschlichen Druck, bis sie erwachsen spielt. Frings verletzt, Trainer Löw auf der Tribüne, die Bürde des 3. WM-Platzes, das K.o.-System – jeder hatte kapiert, dass nun Schluss war mit Eitelkeit und Gelusche.

Bastian Schweinsteiger war der beste Beweis dafür, dass Fußball auf Weltniveau kaum mehr von körperlichen Fähigkeiten bestimmt wird. Fit, schnell, ballgewandt sind sie alle. Es ist die Psyche, die die letzten Prozente Energie frei setzt. Nur wer vor Eifer brennt, der rennt schneller, als er kann. Schweinsteiger hatte das Match zur persönlichen Bewährungsprobe erklärt und sein Versprechen gehalten.

Wenn die Mannschaft ihren Spirit bewahrt, ist alles möglich: sogar ein Finale gegen Italien.

 

Quelle: www.morgenpost.de

 

Video: Das Comeback der DFB-ELF (ZDF Mediathek)

 

 

 

19. Juni 2008 - Conny Lehmann - Es ist alles in Ordnung

Notarzt auf der Tribüne - Lehmanns Frau kippte um

Das Spiel Deutschland gegen Portugall war in den letzten Minuten kaum auszuhalten. Conney Lehmann brach unter der Spannung sogar zusammen.

Conny Lehmann, die Ehefrau von Nationaltorhüter Jens Lehmann, hat nach dem EM-Viertelfinale der deutschen Fußball- Nationalmannschaft gegen Portugal (3:2) am Donnerstag in Basel auf der Tribüne einen Schwächeanfall erlitten.

Während nach dem Schlusspfiff die deutsche Mannschaft auf dem Rasen feierte, alarmierte Klara Bierhoff ihren Mann Oliver: Conny Lehmann liege quer auf den Sitzen. Der Teammanager beorderte sofort die beiden DFB-Ärzte Josef Schmitt und Tim Meyer in den Ehrengastbereich. Er informiert auch den Torhüter, 38, der sofort zu seiner Frau eilte.

Nach 15 Minuten konnte die 35-Jährige wieder aufstehen, verließ kreidebleich die Tribüne. Die beiden Mediziner gaben schon bald Entwarnung. „Es ist alles in Ordnung“, sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger nach dem Spiel zum Gesundheitszustand von Conny Lehmann.

 

Quelle: www.süddeutsche.de

 

 

17. Juni 2008 - Ronaldo ist nicht Alles

In der Pressekonferenz nach dem Einzug ins Viertelfinale warnt Jens Lehmann davor, nur auf Christiano Ronaldo zu schauen - und hat vielleicht für alle Fälle einen neuen Spickzettel dabei ...

Video anschauen

 

 

 

16. Juni 2008 - Wien ist nicht Cordoba

Die deutsche Abwehr steht besser

Was ist doch diskutiert worden über die deutsche Abwehr in den letzten Wochen! Metzelder und Mertesacker, zwei Stützen der Nationalmannschaft bei der WM 2006, wackelten wie Keeper Lehmann in den letzten Testspielen und auch gegen Polen sowie Kroatien in der EM-Vorrunde. Heute überzeugte vor allem die Defensive.

Kein Flatterball konnte Lehmann überwinden, kein Österreicher Metzelder düpieren, und Mertesacker war der Kopf der deutschen Abwehr. Zweikampfstark wie in besten Tagen löste er beispielsweise in der 47. Minute eine knifflige Situation gegen Hoffer souverän. Auch Metzelder zeigte eine klasse Leistung und hatte kaum Probleme mit den kleinen, schnellen Angreifern der Österreicher.

Auch Jens Lehmann war viel kritisiert worden in den letzten Wochen, einige forderten sogar Adler im deutschen Gehäuse. Doch mit einer klasse Leistung bestätigte er gegen Österreich seinen Status als Nummer 1. Er strahlte viel Ruhe aus und gab der Mannschaft Sicherheit. Seine Klasse zeigte er gegen Hoffer in der 20. Minute, als er diesem den Ball in höchster Not vom Fuß nahm.

Wie bei der WM 2006 scheint das Dreieck aus Torwart Lehmann und den Innenverteidigern Metzelder und Mertesacker wieder zusammenzuwachsen. Ein gutes Zeichen. Denn dass die deutsche Mannschaft mit der portugiesischen im Viertelfinale spielerisch kaum mithalten können wird, scheint fraglos. Es muss also zuerst die Abwehr stehen. Und die ist auf einem guten Weg.

Quelle: www.goal.com

Highlights (dfb.tv)

 

 

 

 

 

12. Juni 2008 - Mutlos, langsam, unflexibel

Unmittelbar nach dem Spiel ging Michael Ballack von Spieler zu Spieler und nahm sich jeden Einzelnen für ein paar Sekunden und ein paar warme Worte zur Brust. Keine bösen Worte, vielmehr aufbauende. Dabei tat die Niederlage gegen Kroatien weh, sehr sogar. Das 1:2 spiegelte nicht den wahren Spielverlauf wider. Im Gegenteil. Die Kroaten waren stärker als es das eine mehr erzielte Tor auszusagen vermochte.

Durch das 1:1 der Österreicher gegen Polen kommt es nun am kommenden Montag im Wiener Ernst-Happel-Stadion zum echten Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale gegen den Co-Gastgeber. Eine Konstellation, die man im DFB-Tross unbedingt vermeiden wollte. "Wir haben heute nicht mit vollem Herzen gespielt, waren zudem zu mutlos. Jetzt stehen wir gegen Österreich unter Druck, aber damit müssen wir zurechtkommen", fasste Torhüter Jens Lehmann den ernüchternden Abend von Klagenfurt treffend zusammen.

War es nun also ein Warnschuss zur rechten Zeit oder sogar mehr? Schließlich droht gegen den kleinen Bruder das Undenkbare - das vorzeitige Aus. Die meisten Spieler und auch Trainer Joachim Löw wollten noch nicht auf das Spiel in Wien vorausschauen, sondern die Niederlage gegen die bärenstarken Kroaten einordnen.

"Ich habe am Anfang schon festgestellt, dass wir nicht dieses Tempo hatten und die Konsequenz in den Zweikämpfen. In vielen Situationen war es so, dass wir immer hinterhergelaufen sind und geistig nicht so flexibel waren", befand Löw, der nicht sauer wirkte, aber doch leicht irritiert. "Wir haben einige dumme Fouls gemacht. Im Spiel ohne Ball hatten wir keine Bewegung, die flachen Pässe in die Spitze haben wir nicht spielen können. Wir müssen in Ruhe das Spiel durchgehen."

Fast alles, was noch im ersten Spiel gegen Polen vorzüglich geklappt hatte, war gegen die Kroaten fast gänzlich verschwunden. "Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir läuferisch zu wenig gemacht. Wenn jeder einen Schritt weniger macht, dann fällt das Spiel halt so aus. Zudem waren das Mittelfeld und der Sturm zu weit auseinander", erkannte Philipp Lahm die Defizite im deutschen Spiel.

Ohne den nötigen Biss und die nötige Leidenschaft trat Deutschland auf und wurde von den aggressiven Kroaten bitter bestraft. "Die waren bissiger und kompakter im Mittelfeld. Wir haben uns zu wenig bewegt, sind nicht in die Räume gegangen und haben uns keine Torchancen herausgespielt", musste Ballack zugeben.

Vor allem das gegen Polen noch teilweise bestechende Offensivspiel war in Klagenfurt nur ein laues Lüftchen. Die beiden Spitzen Miroslav Klose und Mario Gomez waren komplett abgemeldet, das erneute Experiment mit Lukas Podolski im linken Mittelfeld ging diesmal voll daneben. "Wir haben uns zu wenig bewegt und sind nicht als Mannschaft aufgetreten. Jeder wollte sein Ding machen. Dann kommt so ein Spiel raus. Wir müssen uns gegen Österreich um 60, 70 Prozent steigern", meinte Klose.

Gegen den Erzfeind benötigt Deutschland nun zumindest einen Punkt, um als Gruppenzweiter ins Viertelfinale einzuziehen. Dort würde dann Mitfavorit Portugal warten, das Platz eins in Gruppe A sicher hat.

Aber erstmal hat das DFB-Team eine Niederlage zu verkraften und Österreich vor der Brust. Michael Ballack begann noch auf dem Feld mit der Aufarbeitung. Die wird noch einige Stunden und Tage dauern. Dafür war der Auftritt gegen Kroatien einfach zu enttäuschend.

Quelle: spox.com

   Das ganze Spiel in der ZDF Mediathek

 

Highlights (dfb.tv)

 


 

 

 

 

9. Juni 2008 - Bissigkeit im Kollektiv

Der EM-Auftakt für das deutsche Team hätte besser kaum laufen können. Vor allem zwei Erkenntnisse auf dem Weg zum Titel machen Hoffung: Die Sorgenkinder sind keine Sorgenkinder mehr. Außerdem hat die Mannschaft gezeigt, dass sie nicht allein von der Tagesform ihres Kapitäns abhängig ist.

Wo soll man anfangen? Wo soll man aufhören? Vielleicht bei Lukas Podolski. Der WM-Held von vor zwei Jahren verdient natürlich besondere Erwähnung. Auch und wegen seiner beiden Tore. Kein Zufall, dass es ausgerechnet der in letzter Sekunde für Bastian Schweinsteiger aus taktischen Gründen in die Startformation gerückte Podolski war, der das 1:0 markierte. Der Bayern-Stürmer, der beim deutschen Meister in der abgelaufenen Saison viel zu oft ein tristes Bankdrückerdasein fristete, ging stets weite Wege, erkämpfte sich die Bälle in der eigenen Hälfte und war omnipräsent - wie sonst eben nur Michael Ballack.
Was sich nach dem Tor tief im Inneren des in Polen geborenen Stürmers abgespielt haben muss, davon konnte man sich beim Blick auf die Videoleinwand überzeugen: Der Mann, der als Zweijähriger Polen in Richtung Deutschland verließ, hatte Tränen in den Augen. Die Emotionen übermannten den von den polnischen Fans noch dazu bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffenen Podolski.

Irgendwie passte es zu dieser rührig anmutenden Story, dass es ausgerechnet Podolski vorbehalten war, den einzig und allein nach der Pause kurz aufmuckenden Polen mit seinem zweiten Treffer den Todesstoß zu versetzen. Und wie er das tat! Eine Traumkombination über den eingewechselten Schweinsteiger schloss der Angreifer - im deutschen EM-Opener gar nicht im Angriff aufgestellt - mit einem staubtrockenen Schuss in den Torgiebel ab. Über eine derartige Präzision und Technik im Abschluss verfügen in Europa nur eine handvoll Spieler. Podolski gehört definitiv dazu.

Es gibt keine Achillesferse Lehmann-Metzelder mehr

Zu den Sorgenkindern im Kader von Trainer Joachim Löw gehörte der Bayern-Profi im Vorfeld dieser kontinentalen Titelkämpfe sicher nicht, umso mehr dafür aber zwei Spieler, die Schlüsselpositionen besetzen, Torwart Jens Lehmann und Innenverteidiger Christoph Metzelder. Keiner, nicht mal die beiden Akteure selbst, wussten wohl, wo genau sie vor der Partie gegen Polen leistungsmäßig stehen würden. Jetzt wissen es alle. Es gibt keine Achillesverse Lehmann-Metzelder mehr.

Lehmann hielt fast so zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, bis auf eine kleine Unsicherheit gleich zu Beginn unterlief dem nach seiner schwachen Vorbereitung schwer unter Beschuss geratenen Neu-Stuttgarter kein einziger Fehler. Für den weiteren Verlauf der Turniers ein ungemein beruhigender Fakt. Genauso wie der ganz klar zu erkennende Formanstieg Metzelders. Es kommt schon einer Art Wunderheilung gleich, die Löws größtes Sorgenkind hinter sich hat. Keine Spur mehr von Antrittsschwäche oder fehlender Spritzigkeit. Da war er wieder, der alte Christoph Metzelder aus den beiden WM-Turnieren 2002 und 2006.

Lahm, Frings, Fritz, Mertesacker, Jansen, Ballack, Gomez, Klose, Schweinsteiger, Hitzlsperger, ja selbst der kurz vor Ende eingewechselte Kuranyi: der Vollständigkeit halber müssen auch alle anderen eingesetzten Spieler dieses Auftaktmatches genannt werden. Weil sie dazu beitrugen, dass es auch ein Sieg des Kollektivs wurde. Jeder rannte für den anderen, grätschte wenn nötig, und das alles ohne das spielerische Element jemals aus den Augen zu verlieren. (...)

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Spiel gegen Polen scheint also diese: Die DFB-Elf braucht ihren Kopf, aber sie funktioniert auch ohne dessen Geistesblitze - dank Podolski, Lehmann, Metzelder und Co. Das macht Hoffung auf mehr.

Quelle: stern.de

 

 

Jubeln nach dem Schlusspfiff und Interviews

 

 

 

 

 

 

31. Mai 2008 - Tendenz zuversichtlich

Besser hätte das Spiel für Jens Lehmann gar nicht beginnen können. Der Torhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft benötigt jede erdenkliche Spielpraxis. Gegen Serbien waren gerade 15 Sekunden absolviert, als Lehmann der erste Rückpass ereilte. Zuletzt hatte er die Bälle bei solchen Gelegenheiten durch die Gegend gestreut wie eine leckende Gießkanne, diesmal fand der Ball gleich den richtigen Adressaten. Der erste Eindruck aber täuschte. Lehmann verlebte einen ereignisarmen Abend. 18 Ballkontakte hatte er, davon zwei mit der Hand – nach Kopfballrückgaben von Christoph Metzelder und Michael Ballack. Trotzdem waren die Serben ein idealer Gegner für den letzten Test vor der Europameisterschaft. Bei ihrem ersten von drei Angriffen gingen sie 1:0 in Führung, mit einer Kraftanstrengung in der letzten Viertelstunde aber drehten die Deutschen das Spiel. Durch Tore des eingewechselten Oliver Neuville und des überragenden Ballack gewannen sie 2:1 (0:1).

Die Deutschen begannen gut, sie verteidigten sehr hoch, waren stark in der Balleroberung und -behauptung und spielten besser organisiert als gegen Weißrussland; nur die letzte Entschlossenheit im Spiel nach vorne fehlte, der unbedingte Wille zum vertikalen Pass. Trotzdem hatten die Gastgeber die erste gute Chance. Nach 15 Minuten wehrte Serbiens Verteidiger Nemanja Vidic einen Flugkopfball von Michael Ballack mit dem Fuß ab, nachdem Gomez von der Torauslinie geflankt hatte. Der Stuttgarter war auch am schönsten Angriff der Deutschen beteiligt. Mit vier Ballkontakten spielten sie sich von der Mittellinie vor das serbische Tor, nach einer flachen Hereingabe von Marcell Jansen aber verfehlte Gomez den Ball.


Zu diesem Zeitpunkt führten die Serben etwas überraschend mit 1:0. Mit einem einzigen Pass in die
Schnittstelle der Viererkette wurde die deutsche Abwehr überwunden. Christoph Metzelder ließ Bosko Jankovic in seinem Rücken davonlaufen, gegen den präzisen Abschluss hatte Jens Lehmann keine Abwehrchance. „Das war sicher mein Fehler“, sagte Metzelder, der trotz seines Rückstands zuversichtlich ist: „Ich war vor allen Turnieren umstritten und im Turnier eine feste Größe. Die Tendenz stimmt.“

Jankovic vergab nach der Pause die beste Gelegenheit zum zweiten Tor für die Serben, als er den Ball aus kurzer Distanz an die Latte wuchtete. Trotzdem fand Bundestrainer Löw das Defensivverhalten der Mannschaft in Ansätzen gut, fühlte sich beim 0:1 aber an das erste Gegentor gegen Costa Rica bei der WM 2006 erinnert. 

Und wie hat der Bundestrainer die Leistung von Jens Lehmann gesehen?

Löw: "Er hat bei den Rückpässen oder der Spielauslösung konsequenter agiert als gegen Weißrussland. Aber er musste eigentlich keinen Ball halten. Die erste Chance der Serben war ein Tor, die zweite ging an die Latte. Aber die Ausstrahlung war eigentlich gut."

Und Michael Ballack fügt hinzu: "Die Diskussion um Jens ist in der Mannschaft kein Thema. Wir vertrauen ihm und halten zusammen".

Quellen: Eurosport/Tagesspiegel/dfb.tv

 

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28. Mai 2008 - "Ich bin doch an den meisten Toren mitschuldig"

Das mäßige 2:2 gegen Weißrussland konnte bei der Nationalelf niemanden wirklich aus der Ruhe bringen. Joachim Löw zeigte Verständnis für den Auftritt, Michael Ballack verspürte gar EM-Vorfreude - und Jens Lehmann kündigte gezielte Sonderschichten an.

Weder die Zahnschmerzen, noch der Termindruck, den die bald nach Spielende angesetzte Rückreise nach Mallorca verursachte, konnten Joachim Löw an diesem Abend in Kaiserslautern die Laune verderben. Nicht einmal der durchwachsene Auftritt seiner Mannschaft im Test gegen Weißrussland ließ beim Fußball-Bundestrainer Zeichen der Anspannung erkennen.

In seiner Kritik an der Darbietung der DFB-Elf ließ Löw Milde walten, auch wenn er "in allen Bereichen Verbesserungsmöglichkeiten" ausmachte. Das nicht zufrieden stellende Endergebnis sah er auch dadurch begründet, dass die Konzentration im zweiten Durchgang "nicht mehr so vorhanden war, wie man es sich vorstellt." Nicht optimal, aber nachvollziehbar nach den intensiven Trainingstagen: "In der zweiten Halbzeit haben einige mit einem Rucksack auf dem Rücken gespielt."

Alles also kein Anlass zur tieferen Besorgnis für den DFB-Coach - offenbar auch nicht die Leistung von Jens Lehmann, die bei einigen Beobachtern für Irritationen sorgte. Der Nationaltorwart zeigte bei zwei brillanten Paraden seine Klasse, leistete sich aber auch einige unglückliche Situationen.Nicht nur beim Ausgleichstreffer von Doppeltorschütze Vitali Bulyga kurz vor Schluss sah der Keeper schlecht aus: Der Ball schlug mittig ein. "Ich bin doch an den meisten Toren mitschuldig", kommentierte Lehmann nicht ohne süffisanten Unterton. "Das ist das Los eines Torhüters."

Doch schon lange vor dem vermeintlichen Patzer beim 2:2 hatte die deutsche Nummer eins die gewohnte Sicherheit vermissen lassen. Am augenfälligsten in der 27. Minute: Die unorthodoxe Rettungstat, als er Anton Putsilos 25-Meter-Schuss nicht festhielt, begründete Lehmann mit dem neuen Ball, den er erst seit einer Woche kenne - und über dessen Flugeigenschaften sich schon einige Torhüter beklagt haben. "Ich werde in den nächsten Tagen viel Torschusstraining absolvieren", so das Versprechen des Nationaltorhüters, der zu seiner künftigen Vereinszugehörigkeit bloß lächelnd sagte: "Man wird sehen." (...)

Quelle: ZDF

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24. Mai 2008 - Viele Argumente sprechen für Stuttgart

Nationaltorhüter Jens Lehmann spricht anlässlich des DFB-Medientages mit der WELT über seine Zukunft, Ballacks Gefühlswelt und flatternde Bälle.

Mit 38 Jahren ist Jens Lehmann der älteste Nationalspieler im aktuellen EM-Kader. Obwohl der Torhüter vergangene Saison für Arsenal London, das er zum Saisonende verlassen hat, nur selten in der Startelf stand, ist er für Bundestrainer Joachim Löw die Nummer eins.

Die Welt: Wie ist der Stand bei der Suche nach einem neuen Job?

Jens Lehmann:Bei mir ist der Stand der Dinge so, dass ich nach der Europameisterschaft aufhöre, weil ich keinen Verein habe.

Jetzt mal im Ernst ...

Lehmann: Es gibt Angebote und ich unterhalte mich mit Leuten, aber jetzt kommt erst die EM. Was danach ist, weiß ich im Moment wirklich nicht. Vielleicht spiele ich ja auch ohne Verein weiter in der Nationalelf, geht so was?

Regelmäßige Spielpraxis in Stuttgart wäre besser. Der VfB hat Interesse an Ihnen. Was spricht für einen Wechsel?

Lehmann: Zunächst kenne ich Herrn Staudt sehr gut, und weiß, dass der Verein seriös geführt wird. Die Mannschaft kann attraktiven Fußball spielen, folglich haben Sie einen guten Trainer. Und Manager Heldt muss auch einen guten Job machen. Das sind alles Argumente, die dafür sprechen.

Klingt, als sei die Vertragsunterschrift nur noch Formsache.

Lehmann: Ich halte es immer so, dass ich aus Respekt den Verein entscheiden lasse, wann er über Gespräche reden möchte.

Sie bauen am Starnberger See ein Haus, nach Stuttgart könnten Sie pendeln.

Lehmann: Als ich nach London gegangen bin, waren die Kinder noch klein. Ich wusste damals, es ist gut, wenn wir in ein anderes Land gehen. Aber jetzt ist es schwieriger. Man kann den Kindern nicht immer zumuten, nur herum zu reisen. Vom Wohnsitz zum Arbeitgeber zu fahren ist die wahrscheinlichste Variante.

Muss der Verein die Perspektive bieten, nach der Karriere weiter arbeiten zu können?

Lehmann: Überhaupt nicht. Ich möchte dann ein bisschen Abstand haben. Ich habe früher ein Studium begonnen und habe eventuell vor, es aufzufrischen. Den Trainerschein könnte ich auch machen. Aber nach wie vor bin ich fit bin und habe Lust, Fußball zu spielen.

Sie haben vor zwei Jahren ein Finale in der Champions League verloren. Können Sie sich vorstellen, wie sich Michael Ballack nach der Endspielpleite jetzt fühlt?

Lehmann: Wenn man schon den Schritt machen will um los zu laufen und zu jubeln, und dann sieht man seinen Kapitän an den Pfosten schießen, ist das noch bitterer, als das, was ich erlebt habe.

Wird sich dieses Erlebnis negativ auf die EM auswirken?

Lehmann: Bei mir hat sich das nicht negativ ausgewirkt. Mich hat es damals motiviert, direkt im Anschluss an die Enttäuschung ein gutes WM-Turnier zu spielen.

Es endete im Halbfinale. Wie sind die Chancen bei der Europameisterschaft?

Lehmann: Man wird jedes Spiel eine Menge tun müssen, um es zu seinen Gunsten zu entscheiden. Aber ich glaube, dass wir zu denen gehören, die gewinnen können.

Mit Rene Adler sitzt erstmals ihr potenzieller Nachfolger auf der Bank. Was ist das für ein Gefühl?

Lehmann: Ich bin für einige ja fast so etwas wie ein Vater, weil deren Väter so alt sind wie ich. Aber ich habe es immer so gehalten, dass ich von jedem lernen möchte. Ich kann bestimmt auch von Rene lernen, darauf bin ich gespannt.

Wird ihnen ein bisschen bange, wenn Sie die Innenverteidigung sehen. Christoph Metzelder hat kaum für Real Madrid gespielt.

Lehmann: Christoph Metzelder ist ein Spieler, der rechtzeitig zu Turnieren zu bester Form aufläuft. Da mache ich mir keine Sorgen.

Vor der WM haben Sie den Ball kritisiert. Wie ist er jetzt?

Lehmann: Er ist noch schneller geworden und er flattert. Die Entwicklung ist nicht gut für die Schönheit des Spiels. Weil der Ball so schnell und unberechenbar fliegt, werden nicht mehr die Techniker die herausragenden Spieler des Turniers, sondern die Fernschützen. Ich finde das sehr schade.

Quelle: www.welt.de 

 

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20. Mai 2008 - Reif für die Insel - DFB-Tross auf Mallorca angekommen

Keine zehn Minuten war der erste Auftritt der deutschen Mannschaft auf Mallorca lang: Bei der Ankunft im Teamhotel nahmen die DFB-Kicker samt Begleitung lieber die Beine in die Hand statt sich Zeit für die Fans und einen trällernden Barden zu nehmen.

Letztlich ist nicht klar, woran es lag, dass die Deutschen es so eilig hatten. Ein kurzer, misstrauischer Blick von Teresa Enke - ihres Zeichens Gattin von Torhüter Robert Enke - zum Himmel ließ darauf schließen, dass vielleicht das Wetter Schuld war. Ein irritierter Blick von Miroslav Klose deutete an, dass ihm vielleicht das Rahmenprogramm missfiel. Auf jeden Fall verschwendete die Nationalmannschaft keine Zeit, um die knapp 30 Meter des Weges vom Mannschaftsbus zu ihrem mondänen Trainingsquartier vor den Toren Palma de Mallorcas zurück zu legen, wo Joachim Löw seine Jungs in den kommenden zwei Woche für die bevorstehende Europameisterschaft in Bestform bringen will.

Dunkle Wolken zogen über dem Landesinneren auf und hielten den bevorstehenden Regen vermutlich nur deshalb noch einen Moment zurück, weil sie die Laune der anwesenden Spielerfrauen nicht schon am Anreisetag verderben wollten. Oder um den selbsternannten "König von Mallorca" Jürgen Drews nicht wie einen begossenen Pudel dastehen zu lassen, als er dem deutschen Team spontan ein Schlager-Ständchen brachte.

Noch bis Freitag hat der Bundestrainer den Spielerfrauen und Familien Gastfreundschaft im Fünf-Sterne-Hotel des DFB-Teams eingeräumt. Eine große deutsche Boulevardzeitung hat 17 mitreisende Frauen und acht Kinder gezählt. Weniger als ursprünglich erwartet (bei der WM 2006 hatten fast alle Spieler die Einladung des DFB angenommen, ihren Anhang mit nach Sardinien zu nehmen), was jedoch schlichtweg daran liegt, dass noch nicht alle Sprösslinge der deutschen Spieler Schulferien haben. (...) Joachim Löw sieht, wie schon sein Freund und Vorgänger Jürgen Klinsmann, die Spielerfrauen als wichtigen Teil der Vorbereitung auf das von ihm erwartete "härteste Turnier aller Zeiten" und gönnt seinen Spielern zumindest in der erste Woche einen gewissen privaten Freiraum (Löw: "Es wird trotzdem zweimal täglich trainiert.").

Wetter auf Mallorca soll schon ab Mitte der Woche wieder hervorragend sonnig sein. Und Jürgen Drews hat sich bereits auf den Nachhauseweg gemacht.

Quelle: ZDF

 

 

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16. Mai 2008 - Bundestrainer Löw nominiert Kader

Bis spätestens Mittwoch, 28. Mai, 12 Uhr, muss dieser Kandidatenkreis auf 23 Akteure reduziert und offiziell der UEFA gemeldet werden.

Angeführt wird das DFB-Team von Kapitän Michael Ballack. Neben ihm gehörten weitere 14 der am heutigen Freitag nominierten Nationalspieler bereits dem deutschen Kader für die WM 2006 an – von Torhüter Jens Lehmann bis zum WM-Torschützenkönig Miroslav Klose.

Zum EM-Aufgebot zählen auch zwei Akteure, die bisher noch nie in einem Länderspiel-Kader standen: der 23 Jahre alte Leverkusener Torhüter Rene Adler und der 19 Jahre alte Marko Marin, der für das Mittelfeld nominiert wurde und in der vergangenen Woche mit Borussia Mönchengladbach den Bundesliga-Aufstieg feiern konnte.
Zu den neuen Gesichtern gehören außerdem die Schalker Heiko Westermann und Jermaine Jones, die beide erstmals beim Länderspiel am 6. Februar 2008 gegen Österreich eingeladen waren und beim 3:0 in Wien als Einwechselspieler zu ihrem Nationalmannschaftsdebüt kamen.

Ihr erstes Turnier im DFB-Trikot bestreiten darüber hinaus Torwart Robert Enke von Hannover 96, der gegenüber Timo Hildebrand den Vorzug erhielt, Abwehrspieler Clemens Fritz von Werder Bremen, die für das Mittelfeld aufgebotenen Simon Rolfes aus Leverkusen und Piotr Trochowski vom Hamburger SV sowie der Stuttgarter Mario Gomez und der Kölner Patrick Helmes im Sturm.

Quelle: DFB

Der EM-Kader in Bildern

Hildebrand reagiert entsetzt

EM-Kader Nominierung

 

 

 

 


 

 

 

 

 

     
 
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