29. Oktober 2008 - Glücklicher HSV-Sieg gegen Stuttgart
Der Hamburger SV zeigte sich am 10. Spieltag der Bundesliga von der herben
Pleite in Hoffenheim gut erholt und besiegte den VfB Stuttgart mit 2:0 (1:0). Allerdings kam der Sieg der Gastgeber nach Toren von Piotr Trochowski per
Foulelfmeter (17.) und Joris Mathijsen (74.) mehr als glücklich zustande.
Vor 50.037 Zuschauern waren die Schwaben über die gesamte Spielzeit die
bessere Mannschaft, der HSV profitierte bei der frühen Führung von einem
zweifelhaften Elfmeter, als Thomas Hitzlsperger ein Foul an David Jarolim
begangene haben soll. Auch beim 2:0 stand den Gastgebern Fortuna Pate, als Mathijsens harmloser
Schuss von Mario Gomez unhaltbar abgefälscht wurde. Durch den Sieg kletterte
Hamburg in der Tabelle wieder auf Rang drei, der VfB rutschte durch die vierte
Niederlage auf Platz neun ab.
Hamburg zeigte zumindest teilweise eine entsprechende Reaktion auf die böse
Klatsche von Hoffenheim. Obwohl der Sieg glücklich zustande kam, muss man den
Hanseaten zu Gute halten, dass sie solche "Schweinespiele" auch gewinnen. So
setzt man sich oben fest.
Und das macht auch den Unterschied zum VfB in diesen Tagen aus. Was sich die
Stuttgarter mit ihren Heimsiegen aufbauen, machen sie sich durch ihre
Auswärtsschwäche gleich wieder kaputt. Aufwand und Ertrag standen abermals in
keinem Verhältnis. So wird es schwer mit dem angestrebten Ziel UEFA-Cup-Teilnahme. Zumal das
Stuttgarter Offensivspiel zu sehr auf Mario Gomez zugeschnitten und vom
Nationalspieler abhängig ist.
26. Oktober 2008 - VfB sichert 2:0 Sieg gegen Bochum dank Gomez
Stuttgart (wl)
- Auch 21 Jahre nach dem letzten Sieg in Stuttgart wurde es am Sonntagabend
nichts mit einem Bochumer Streich bei den Schwaben. 80 Minuten hielten die
Revierkicker beim Favoriten respektabel mit, dann entschied die individuelle
Klasse von VfB-Stürmer Mario Gomez die Begegnung. Nach seinen beiden Toren in
der 80. und 83. Minute ließ der Nationalspieler die VfL-Fußballer deprimiert
auf dem Rasen der Mercedes-Benz-Arena zurück.
Im ersten Durchgang begegneten sich die Schwaben und die Gäste aus dem Revier
absolut auf Augenhöhe. Das Team von Trainer Marcel Koller spielte aufmerksam,
hielt dagegen und suchte seine Möglichkeiten im Spiel nach vorne. Dabei
operierten die Bochumer durchaus clever, setzten den VfB früh unter Druck und
verhinderten damit einen geordneten Spielaufbau der Gastgeber.
Der VfL Bochum beschränkte sich nicht nur auf die Defensivarbeit, er arbeitete
auch einige Möglichkeiten heraus. Nach knapp einer halben Stunde schickte
Dabrowski seinen Teamkollegen Stanislav Sestak steil, doch Jens Lehmann klärte
die Situation außerhalb seines Strafraumes mit dem Fuß. Sestak hatte auch die
nächste Möglichkeit auf dem Fuß, als er von Sinan Kaloglu eingesetzt wurde
(38.). Und schließlich strich ein noch leicht abgefälschter Sestak-Schuss
knapp über die Latte des Stuttgarter Tores. Mit etwas mehr Entschlossenheit in
den Aktionen hätten die Gäste sogar mit einer Führung in die Pause gehen
können. Schon das 0:0 gefiel den VfB-Fans nicht, die ihre Mannschaft mit einem
Pfeifkonzert in die Kabinen schickten.
Im zweiten Abschnitt hatten die Gastgeber mehr vom Spiel und den
entscheidenden Unterschied in ihrem Team: Mario Gomez, der im Gegensatz zu den
VfL-Stürmern Sestak und Kaloglu seine Möglichkeiten wesentlich konsequenter
nutzte.
Quelle: Ruhr
Nachrichten
23. Oktober 2008 - Sevilla zu stark für den VfB Stuttgart
Der VfB Stuttgart
ist mit einer Niederlage in die Gruppenphase des UEFA-Pokals gestartet. Die
Mannschaft von Armin Veh unterlag im Auftaktspiel der Gruppe C beim spanischen
Vertreter Sevilla FC mit 0:2. Die Tore erzielten Ndri Romaric und Renato.
Sevilla versuchte dem Spiel von Beginn an seinen Stempel aufzudrücken und
drängte den Bundesligisten in die eigene Hälfte. Bereits in der 15.
Spielminute erzielten die Spanier die Führung, als Ndri Romaric einen Freistoß
von der Strafraumgrenze unhaltbar für Jens Lehmann ins linke Toreck schlenzte.
Nur 60 Sekunden nach der Führung bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aus.
Nach einer Flanke von Jesús Navas konnte Renato am langen Pfosten das Leder
an Lehmann vorbei einnetzen. Sevilla spielte mit der frühen Führung im Rücken
wie entfesselt und der geschockte VfB Stuttgart hatte Probleme, die Spanier
unter Kontrolle zu bringen.
Bezeichnenderweise kam Stuttgart erst in der 32. Minute zu einer ersten
Chance, als Martin Lanig mit einem Distanzschuss das Tor der Gastgeber nur
knapp verfehlte, auf der Gegenseite verhinderte Jens Lehmann gegen Renato
einen höheren Rückstand für sein Team, so dass es aus Sicht des VfB mit einem
0:2 in die Halbzeitpause ging.
Im zweiten Spielabschnitt versuchte sich Stuttgart besser zu präsentieren und
steigerte Einsatz und Tempo. In der 51. Minute prüfte VfB-Kapitän Thomas
Hitzlsperger Andrés Palop mit einem beherzten Freistoß, wenige Minuten später
hatte Stürmer Mario Gomez Pech, als sein Versuch am Pfosten landete. Danach bekamen die technisch starken Gastgeber die Partie wieder in
den Griff und konnten trotz der Bemühungen des Bundesligisten den
2:0-Vorsprung ohne größere Probleme über die Zeit bringen. Sevilla siegte am
Ende verdient, während der VfB Stuttgart nach der Niederlage am 6. November im
Heimspiel gegen FK Partizan deutlich unter Erfolgsdruck steht.
VfB-Keeper Jens Lehmann: "Die
zwei frühen Tore waren entscheidend. Danach war das Spiel fast gelaufen. Denn
es war einfach sehr schwer für uns, da nochmals zurückzukommen. Mit etwas
Glück hätten wir in der zweiten Halbzeit noch den Anschluss erzielen können.
Leider ging der Ball von Mario an den Pfosten und es haben ein paar Zentimeter
gefehlt. Den Freistoß zum 1:0 hat Romaric sehr gut getroffen. Ich habe den
Ball zu spät gesehen."
Quellen: uefa.com + vfb.de
19. Oktober 2008 -
"Ich würde gerne gegen England spielen"
Jens Lehmann
rechnet mit einem letzten Länderspiel. Im Interview spricht Stuttgarts Torwart
über die großen Unterschiede zwischen Bundesliga und Premier League
Im November wird Jens
Lehmann 39. Ein Alter, in dem die meisten Fußballprofis längst einen
Berufswechsel vollzogen haben. Der Torwart machte stattdessen einen
Vereinswechsel. Nach fünf Jahren bei Arsenal London kehrte er in die Bundesliga
zum VfB Stuttgart zurück und ist dort zum erhofften Rückhalt der Mannschaft
geworden. Nur für Deutschland mag Lehmann nicht mehr spielen, weswegen er das
Theater um den desertierten Kevin Kuranyi mit genügend Abstand verfolgen
konnte.
Herr
Lehmann, in der Nationalmannschaft ist ganz schön was los. Können Sie
verstehen, dass Kevin Kuranyi beim Länderspiel gegen Russland zur Halbzeitpause
desertiert ist?
Jens Lehmann: Sein
Verhalten war emotional und nicht schlau. Aber so handelt wohl jeder Mensch ab
und zu. Es hätte aber jemanden geben müssen, der ihm sagt: "Geh sofort
zurück. Setz dich in den Mannschafsbus und entschuldige dich." Natürlich
ist es immer hart, nicht zu spielen oder ausgepfiffen zu werden. Ich weiß, wie
das ist: Ich bin auch ein Mann, der sehr oft ausgepfiffen worden ist in seinem
Leben. Wenn man aber nicht die Mentalität hat, sich durchzubeißen, dann wird
es schwierig.
Ist das bei
Kuranyi so?
Lehmann: Das
kann ich nicht beurteilen. Kevin gehört zu einer anderen Spielergeneration.
Einer Generation, die unheimlich von Spielerberatern beeinflusst wird. Ich kenne
einen Nationalspieler, der zweimal am Tag mit seinem Berater telefoniert. Da
kriegt er immer zu hören, wie toll er ist. Dies führt zu einem Mangel an
realistischer Selbsteinschätzung. Ob das bei Kevin auch so ist, weiß ich
nicht. Seine Entscheidung ist jedenfalls bedauerlich, weil er sich vergangene
Saison in der Nationalmannschaft sehr gut entwickelt hatte.
Wir hätten mit
mehr Verständnis gerechnet. Immerhin haben Sie 1993 selbst mal das Stadion
verlassen.
Lehmann: Das
war eher ein Missverständnis als ein Wutausbruch. Wir lagen mit Schalke 0:2 in
Leverkusen hinten, und ich habe einen Kullerball durch die Hosenträger
gelassen. Es war das erste Spiel von Trainer Jörg Berger. In der Pause sagte er
zu mir: "Jens, ich nehm' Sie jetzt mal raus. Wir sehen uns dann
morgen." Ich dachte, dann gehe ich doch lieber. Da wir mit dem Bus
angereist sind, bin ich mit der S-Bahn nach Hause gefahren.
Im Gegensatz zu
Kuranyi haben Sie Ihre Länderspielkarriere erst mit 38 beendet. Keine Lust mehr
oder gab es Druck von Bundestrainer Löw?
Lehmann: Ich
hatte nur noch ein bisschen Lust. Auf gute Gegner wie Italien. Ich wäre nicht
mehr gern nach Aserbaidschan oder Wales gefahren. Und mit so einem Spieler können
Sie nicht mehr planen. Jetzt vermisse ich nichts.
Es gibt die Idee,
dass Sie zum Abschied am 19. November gegen England in Berlin noch einmal ins
Tor dürfen.
Lehmann: Ich würde
gern gegen England spielen, der Gegner ist nach meinen Jahren in London ja
naheliegend. Ich bin gespannt, wie sich die Beteiligten äußern.
Jetzt ist der
Kampf Ihrer Nachfolger entbrannt. Wer soll es machen: Adler, Enke, Wiese, ein
ganz anderer?
Lehmann: Zu
einzelnen Spielern sage ich nichts, das wäre despektierlich. Der einzig
richtige Weg ist, die Torhüter im Hinblick auf die WM konkurrieren zu lassen.
Ohne diesen Konkurrenzkampf wird Deutschland 2010 keinen guten Torwart haben.
Jemandem zu sagen, dass er vorne ist, wäre ein Fehler.
Das zweijährige
Duell zwischen Ihnen und Oliver Kahn vor der WM 2006 war also genau richtig?
Lehmann: Ja.
Am Ende eines solchen Prozesses sehen Sie, wer am besten mit dem Druck umgehen
und seine Leistung abrufen kann. Diese zwei Jahre waren die härtesten meiner
Laufbahn. Sie haben mir aber die beste Saison beschert, die ich je gespielt
habe.
Auch
beim VfB starteten Sie gut. Der alte Mann kann es noch.
Lehmann: Ich
konnte mich gleich im ersten Saisonspiel ein paar Mal auszeichnen, und die Leute
standen sofort hinter mir. Das ist natürlich schön und macht es einfacher, als
wenn man permanent gegen Widerstände ankämpfen muss.
Sie galten in
Deutschland lange als schnöselig, waren Zielscheibe der Fankurven. Das hat sich
gewandelt: Ist es schön, zum Ende der Karriere noch einmal gefeiert zu werden?
Lehmann: Natürlich.
Ich wurde sogar in fremden Stadien mit Applaus empfangen. Dies ist neu und
darauf zurückzuführen, dass ich bei der WM 2006 Teil einer Mannschaft war, die
die Leute begeistert hat. Darüber bin ich froh.
Was fällt Ihnen
nach fünf Jahren Abstinenz noch auf in der Bundesliga?
Lehmann: Stimmung
und Stadien sind großartig. Sie sind aber für die Zuschauer gebaut, nicht für
die Spieler. Die Rasenflächen sind in der Regel nicht gut und zu uneben, um den
Ball richtig schön laufen zu lassen. Das fällt schon auf.
Und spielerisch?
Lehmann: Der
Vergleich fällt schwer. Ich komme von Arsenal London, also aus einer
Mannschaft, die wahrscheinlich den besten Fußball spielt, den es überhaupt
gibt. Die Bundesliga ist eben anders. Du kannst dich keine Sekunde ausruhen, da
immer wieder Fehler gemacht werden, mit denen du nicht rechnest. Das Spiel bei
Arsenal ist ein wenig passsicherer und somit verlässlicher gewesen.
Und wie ist es,
wieder in Deutschland zu leben?
Lehmann: In
London war ich einer unter vielen. Ich war es gar nicht mehr gewohnt, jeden Tag
in der Zeitung zu stehen. Hier tue ich es. Und dann auch noch meistens mit
Sachen, die mit Fußball gar nicht viel zu tun haben.
Es gab große
Berichte darüber, dass Sie gelegentlich mit dem Helikopter von Ihrem Haus bei München
zum Training nach Stuttgart fliegen.
Lehmann: Andere
Menschen kaufen sich von ihrem Geld eine teure Uhr oder ein drittes Auto. Ich
kaufe mir eben ab und zu Zeit. Mit dem Helikopter bin ich schneller zu Hause und
kann mit meinen Kindern noch Hausaufgaben machen. Ich mache das nicht oft, und
ich weiß es zu schätzen, dass es mir als Fußballspieler gut geht.
Gibt es Witzchen
in der Mannschaft? Los Jens, lass uns 'ne Runde um den Fernsehturm drehen ...
Lehmann: Witze
macht keiner, aber einige wollen mal mitfliegen. Im Moment fliege ich aber
nicht.
Vielleicht trauen
sich die anderen ja auch einfach nicht. Sie sind schließlich Führungsspieler.
Lehmann: Ich
mag dieses Wort nicht. Ich weiß, dass ich Menschen gut führen kann. Aber
heutzutage ist ja jeder ein Führungsspieler, der in die TV-Kamera erzählt, was
die Mannschaft besser machen muss. Das ist leicht. Diese Spieler sehen Sie aber
selten vor ihren 25 Kollegen in der Kabine sprechen. Darauf kommt es aber an.
Und Sie sind so
einer?
Lehmann: Ich
habe das überall gemacht und bin damit auch immer angeeckt. Was mich hier
allerdings überrascht hat, war, dass es am nächsten Tag in der Zeitung stand.
Das darf eigentlich nicht sein - und ist wohl auch typisch deutsch.
Sie kommen in ein
Alter, in denen Ihre Vorgesetzten jünger werden als Sie. Mit Manager Horst
Heldt waren Sie gemeinsam bei der Bundeswehr.
Lehmann: Unser
Spies war Schalke-Fan, mein damaliger Klub. Einmal traten Horst, damals beim 1.
FC Köln, und ich zum Appell an. Wir hatten unsere Gewehre extra nicht benutzt,
da das Reinigen rund anderthalb Stunden dauert. Bei mir war alles in Ordnung.
Beim Horst hat er in den Lauf geschaut und gesagt: "Noch mal putzen!"
Waren Sie ein
guter Soldat? Befehle befolgen dürfte nicht Ihre Stärke sein.
Lehmann: Schätzen
Sie mich nicht falsch ein. Ich achte Hierarchien. Ich will in der Hierarchie ja
auch geachtet werden. Wenn mein Trainer sagt, ich soll den Ball auf die rechte
Seite schlagen, mache ich das. Und wenn Horst sagt, unterschreib heute hundert
Autogrammkarten, dann unterschreibe ich.
Eine andere
Unterschrift wäre ihm noch lieber. Er würde Ihren Einjahresvertrag gern verlängern.
Lehmann: Der
Horst ist sehr clever. Er hat sich letztens eine Stunde mit meiner Frau
unterhalten und wollte ihre Erlaubnis einholen. Ich will aber noch nicht über
einen neuen Vertrag sprechen. Vielleicht im Winter. Was mich aber ein bisschen
desillusioniert hat, waren diese Uefa-Cup-Vorrundenspiele: in Sofia bei lausigen
Temperaturen auf einem Acker vor 2000 Zuschauern. Die Champions League wäre
aber noch mal ein Anreiz.
Sollte eine große
Karriere mit einem Titel ausklingen?
Lehmann: Wo
ich gespielt habe, haben wir auch etwas gewonnen. Es wäre schön, wenn es mit
dem VfB Stuttgart auch so kommt. Hier ist alles möglich.
18. Oktober 2008 - Stuttgart
spielt - Berlin gewinnt
Auch ohne den suspendierten Torjäger Marko
Pantelic hat Hertha BSC den «Heimfluch» besiegt und mit 2:1 (1:0) gegen den
VfB Stuttgart den ersten Saisonsieg im Olympiastadion eingefahren.
Matchwinner war der zuvor eingewechselte Gojko Kacar,
der mit seinem Treffer drei Minuten vor dem Ende seinen serbischen Landsmann als
Torschütze vertrat. Zuvor hatte Maximilian Nicu Hertha in Führung gebracht
(30.), Cacau nach der Pause ausgeglichen (50.). Die Herthaner erbrachten damit
erstmals seit 2005 den Beweis, dass sie auch ohne Pantelic gewinnen können. Für
den VfB, der vor dem Spiel von der Tabellenführung träumen durfte, setzt sich
die Berlin-Misere fort: Seit nunmehr 17 Jahren haben die Schwaben in der
Hauptstadt nicht mehr gewonnen.
Auf Seiten der
Stuttgarter machten sich nach dem Spiel Frust und Enttäuschung breit:
"Für uns ist Berlin keine Reise wert, höchstens für private Anlässe",
maulte Stuttgarts Trainer Armin Veh. Erneut gab es für die Schwaben in der
Hauptstadt nichts zu holen. Vor über 17 Jahren, am 2. März 1991,
feierte der VfB
seinen letzten Bundesliga-Sieg im Olympiastadion. "Es ist klar, dass
man uns hier gerne begrüßt", meinte Veh nach der freundlichen
Vorstellung auf der Pressekonferenz.
Der Coach hatte
seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit klar im Vorteil gesehen.
"Uns fehlte im Abschluss die Konzentration", sagte der
Meister-Trainer von 2007. Als Cacau in der 51. Minute
nach Vorarbeit des ansonsten blassen Nationalspielers Mario Gomez das
Unentschieden erzwang, witterte man bei den Gästen Morgenluft. Kurze Zeit
später hatte Gomez Glück, dass er wegen Nachtretens
nicht die Rote Karte sah. In der Nachspielzeit eilte sogar Keeper Jens
Lehmann mit nach vorne, doch am Ende hatte nur Hertha an diesem Tag Glück.
Durch die dritte Saisonniederlage verpasste
Stuttgart in der Spitzengruppe den Sprung nach ganz oben und musste sogar die
Hertha passieren lassen. "Die Niederlage gegen den direkten
Tabellennachbarn ist besonders bitter", sagte Veh. Selbstvertrauen für die
schwierige Aufgabe am Donnerstag (23.10.2008) konnte seine Mannschaft nicht
tanken - dann muss der VfB
im UEFA-Cup
beim FC Sevilla
ran.
Thomas Hitzlsperger nach dem
Spiel: "Ich kann mich gar nicht
mehr erinnern, wann wir letztes Mal so dominant waren. So ein Spiel zu verlieren
ist sehr traurig."
7. Oktober 2008 - DFB-Pokal und
UEFA-Pokal Auslosung
Der VfB Stuttgart hat für das
Pokal-Achtelfinale das große Los gezogen
Als wahre "Glücksfee"
bescherte die zweifache Fußball-Weltmeisterin Kerstin Garefrekes den Schwaben
bei der Ziehung in der ZDF-Sportreportage das lukrative Top-Duell mit
Rekord-Pokalsieger und Cupverteidiger FC Bayern München. "Das ist natürlich ein
Hammerlos", sagte VfB-Coach Armin Veh.
Die Top-Partie steigt aber in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. "Ich weiß
nicht, wann wir im Pokal das letzte Mal zu Hause so einen Knaller hatten",
schwärmte VfB-Manager Horst Heldt und versprach: "Wir wollen ins Endspiel und
dafür müssen wir auch so einen Brocken aus dem Weg räumen." Auch seine Akteure
wollen an die Saison 1989/90 anknüpfen: Damals gewann der VfB in Stuttgart im
Achtelfinale das einzige von bisher sechs Cup-Duellen mit Bayern glatt 3:0. "Wir
wollen die Bayern natürlich packen", meinte Kapitän Thomas Hitzlsperger.
UEFA-Cup
In der Gruppe C
treffen die Schwaben unter anderem auf den zweimaligen UEFA-Cup-Sieger FC
Sevilla. Aber damit nicht genug: Neben den Spaniern muss sich der Bundesligist
auch noch mit Sampdoria Genua aus Italien auseinandersetzen. Zudem spielt die
Mannschaft von Trainer Armin Veh gegen den serbischen Verein Partizan Belgrad
und den belgischen Club Standard Lüttich.
Gegen jeden der vier
Gruppengegner spielt der VfB nur einmal; jeder Teilnehmer bestreitet in der
Gruppenphase zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele. Der erste Spieltag wird am
23. Oktober ausgetragen. Die drei Erstplatzierten der acht Gruppen
qualifizieren sich für die Runde der letzten 32, die mit Hin- und Rückspielen
ausgetragen wird. Dazu stoßen dann noch die acht Gruppendritten der
Champions-League.
Zum Auftakt muss der
VfB in Sevilla antreten. Der serbische Meister und derzeitige Tabellenführer
Partizan Belgrad ist dann am 6. November in der Mercedes-Benz Arena zu Gast. Am
27. November reisen die Stuttgarter zu einem Auswärtsspiel nach Genua, ehe sie
am vierten Spieltag eine Pause einlegen dürfen. Zum Abschluss der Gruppenphase
(18. Dezember) empfangen die Schwaben den belgischen Meister Standard Lüttich.
VfB-Sportdirektor
Horst Heldt betonte die Attraktivität des UEFA-Cups mit namhaften Vereinen und
erklärte: "Wir haben eine schwere, aber auch reizvolle Gruppe, in der wir uns
für die nächste Runde qualifizieren wollen." Auch für Trainer Veh heißt das
Ziel, nach der Gruppenphase noch im Wettbewerb vertreten zu sein.
Nationalstürmer Mario Gomez sagte: "Unsere Gegner sind alles namhafte Vereine,
die über sehr gute Mannschaften verfügen. Besonders freue ich mich auf das Spiel
in Sevilla. Gut ist zudem, dass wir ein Heimspiel gegen Partizan Belgrad haben,
denn die Serben sind sehr heimstark."
Quellen: FTD und SWR
5. Oktober 2008 - 4:1 -
Bezaubernde Stuttgarter und entzauberte Bremer
Am
Samstag Abend gab es aus der Mercedes- Benz- Arena vor 55.000 Zuschauern von
resignierenden Werderanern und auftrumpfenden Schwaben zu berichten.
Der VfB musste in seiner Startelf auf bewährte Kräfte wie Delpierre, Pardo und
Marica verzichten, wobei der SV Werder Bremen auf die gleichen Spieler setzte
wie am Mittwoch in Mailand.
Die Anfangsphase wurde einseitig nur von Stuttgarter Seite gestaltet. Die
logische Konsequenz war die 1:0- Führung durch Sami Khedira in der 18. Minute,
der nach einem gekonnten Passpiel von Cacau Wiese ausspielte und sicher
abschloss.
Weiterhin behielt Stuttgart das Zepter in der Hand. Lehmann erlebte einen
relativ beschäftigungslosen Nachmittag. Nur zweimal musste er vor den
anstürmenden Bremern retten.
Stuttgart stürmte weiterhin und gelangte nach einer Ecke zum 2:0. Den scheinbar
geklärten Ball verwertete Träsch mit einer Direktabnahme aus 18 Metern ins
rechte Toreck.
Nach der Halbzeit ging das Offensivspiel der Stuttgarter fröhlich weiter. In der
46. Minute kam Gomez zu spät und in folgenden Spielminuten konnten Cacau mit
einem Heber wie auch Tasci per Kopf ebenfalls den Ball nicht im Netzt
versenken.
Nach einer Ecke des SV Werder in der 63. Minute schaltete Lehmann am schnellsten
um und schickte Träsch mit einem 45-Meter- Abwurf gen Tor der Bremer. Dieser
leistete daraufhin mit einer klugen Flanke die Vorarbeit für das 3:0, das
Hilbert leicht zu verwandeln wusste, nachdem zuvor Gomez an der Flanke
vorbeigeflogen war.
Die Bremer konnten nach einem Sonntagsschuss per Freistoss an den linken
Innenpfosten noch auf 3:1 verkürzen. Nichts zu halten für Lehmann.
Die Schwaben schien das jedoch nicht zu verunsichern, sie spielten weiter auf
und packten in der 88. Minute endgültig den Sieg in trockene Tücher. Lanig war
alleine vor Wiese aufgetaucht und schloss sicher ab nachdem er die halbe Bremer
Abwehr ausgespielt hatte.
In dieser Verfassung darf mit den Stuttgartern wieder gerechnet werden!
Zunächst heißt es aber sich nach der
Länderspielpause beim Hauptstadtclub in Berlin zu
behaupten.
Mario Gomez hat dem
VfB Stuttgart eine Blamage erspart und die Schwaben in die Uefa-Cup-Gruppenphase
geschossen. Der Torjäger traf im Erstrunden-Rückspiel in der Nachspielzeit zum
2:2 (0:0) gegen den bulgarischen Außenseiter, der trotz eines 2:0-Vorsprungs
noch die Sensation verpasste. Jordan Jurukow (47.) und Georgi Russew (79.) ließen
die Gäste von der Schwarzmeerküste mit ihren Treffern von der faustdicken Überraschung
träumen.
Doch vor nur 10.000
Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena retteten Thomas Hitzlsperger (82.) und
Gomez, der beim 2:1-Hinspiel beide Treffer erzielt hatte, die glücklichen
Gastgeber. In der gähnend leeren Mercedes-Benz Arena war von Europapokal-
Atmosphäre nichts zu spüren. Noch am Tag des Spiels hatte Lehmann seinem Ärger
über die bislang trostlose Europa-Tournee der Stuttgarter via UI-Cup und
UEFA-Pokal-Qualifikation Luft gemacht. „Leere
Ränge, schlechtes Stadion, katastrophaler Platz - so macht das keinen Spaß.
Das ist in den ersten Runden eine reine Beschäftigungstherapie für die
Vereine“, schimpfte der Ex- Nationalkeeper in der „Bild“-Zeitung.Knapp 44
Stunden vor dem richtungweisenden Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen lief
das Spiel der Hausherren diesen Aussagen entzsprechend über weite Strecken auf
Sparflamme.
Die Strafe folgte kurz nach der Pause, als
Abwehrchef Serdar Tasci ein Rückpass verunglückte und Lehmann beim
Herauslaufen ausrutschte. Jurukow musste nur noch ins leere Tor schieben und
machte aus der vermeintlichen Formsache für den VfB eine Zitterpartie. Als
Russew mit einem herrlichen Freistoß erhöhte, stand der VfB vor dem Aus, ehe
Hitzlsperger und Gomez den Europapokal-Totalschaden verhinderten. „Wir haben
80 Minuten gedacht, es geht im Spaziergang. So etwas darf nicht passieren. Ich
dachte, ich wär im falschen Film. Aber mit etwas Glück haben wir das Spiel
noch gedreht“, meinte Torjäger Gomez.
„Wir wollen mit
aller Macht weiterkommen“, hatte VfB-Coach Armin Veh vor der Partie angekündigt.
Seine Schützlinge jedoch ließen den letzten Biss vermissen. Zudem lähmten
Umstellungen das Spiel der Gastgeber. Außenverteidiger Ricardo Osorio musste für
die fehlenden Khalid Bouhlahrouz (Muskelfaserriss) und Matthieu Delpierre
(Fieber) in der Abwehrzentrale spielen.
Der 18 Jahre alte
Sebastian Rudy feierte sein Europapokal-Debüt im Mittelfeld, weil Pavel Pardo,
Jan Simak und Yildiray Bastürk verletzt ausfielen. Fünf Tage nach der
0:3-Schlappe bei Borussia Dortmund fanden die Stuttgarter erneut keinen Rhythmus
und konnten Warna nur selten in Verlegenheit bringen. Zwei harmlose Torschüsse
von Gomez (19./21.) - viel mehr hatten die Hausherren vor der Pause nicht zu
bieten.
Nach
dem Rückstand erhöhten die Stuttgarter zwar ihre Bemühungen, ließen dabei
jedoch jeglichen Spielwitz vermissen und hatten Glück, dass Jurukow ihnen in
der 67. Minute nicht vorzeitig den K.o. versetzte. Freistehend scheiterte er per
Kopf an Lehmann. Wenig später aber schlenzte Russew einen Freistoß herrlich
ins Eck. Doch der VfB schlug sofort zurück und hatte am Ende das Glück auf
seiner Seite. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, befand Veh
nach dem Abpfiff. „Mit unserem Anspruch und unserer Qualität müssen wir so
einen Gegner eigentlich dominieren. Es ist doch klar, dass ich damit nicht
zufrieden sein kann.“
27. September 2008 - Dortmund
läßt Stuttgart keine Chance
Dortmund (dpa) - Der
VfB Stuttgart hat den erhofften Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga
deutlich verpasst. Nach zuletzt sechs Pflichtspielen ohne Niederlage unterlag
die Mannschaft von Trainer Armin Veh bei Borussia Dortmund mit 0:3 (0:2).
Vor 71 200
Zuschauern im Signal Iduna Park sorgten Tamas Hajnal (11.), Felipe Santana (20.)
und Alexander Frei (73.) für die Tore der Borussia, der damit der erste
Bundesliga-Heimsieg unter Trainer Jürgen Klopp gelang. In einer unterhaltsamen
Partie blieben die Schwaben den Nachweis ihrer Klasse schuldig.
Für beide Teams war
es das fünfte Spiel in 15 Tagen. Darunter hatten vor allem die Dortmunder zu
leiden: Immerhin mussten sie auf fünf verletzte Profis verzichten. Dagegen
kehrten beim VfB Torjäger Mario Gomez und Abwehrspieler Matthieu Delpierre in
die Startelf zurück. Trotz der größeren Personalprobleme erwischte der BVB
den besseren Start. Bis auf einen Kopfball von Gomez (8.), der aus kurzer
Distanz an Torhüter Roman Weidenfeller scheiterte, konnten sich die Gäste nur
selten in Szene setzen.
Stattdessen bestimmte
die dezimierte Borussia das Geschehen. Anders als beim blamablen 1:4 vor einer
Woche in Hoffenheim überzeugte sie mit hoher Laufbereitschaft und schnellem
Kombinationsspiel. Für den couragierten Auftritt wurde der Tabellen- 10. früh
belohnt. Mit einem platzierten Fernschuss aus gut 20 Metern brachte Hajnal sein
Team in Führung. Neun Minuten später war der für den verletzten Robert Kovac
ins Team gerückte Santana zur Stelle. Der Abwehrspieler beförderte den Ball
nach langer Flanke von Hajnal per Kopf ins Tor, attackierte dabei jedoch
VfB-Torhüter Jens Lehmann nicht regelkonform im Torraum. Zwar erhöhten die
Schwaben nun die Taktzahl, entgingen aber bei großen Möglichkeiten von
Sebastian Kehl (44.) und Nelson Valdez (45.) nur knapp einem noch höheren
Pausen- Rückstand.
Auch
nach Wiederanpfiff mangelte es dem VfB an Durchschlagskraft, um die Wende
herbeizuführen. So verpasste Nationalstürmer Gomez in der 49. Minute die große
Chance zum Anschlusstreffer. Die Borussia legte ihr Hauptaugenmerk zunehmend auf
die Torsicherung, blieb aber mit Kontern gefährlich. So bot sich dem
eingewechselten Alexander Frei (60.) nach Flanke von Florian Kringe die Möglichkeit
zum 3:0. Diese Chance ließ sich der Schweizer 13 Minuten später nicht noch
einmal entgehen. Ein Zuspiel von Young-Pyo Lee nutzte er zu seinem
entscheidenden dritten Saisontreffer.
Quelle: süddeutsche
Stimmen nach dem
Spiel zum zweiten Treffer der Borussia durch Felipe Santana.
Schiedsrichter Dr.
Felix Brych: "Ich bin ein Schiedsrichter, der mehr laufen lässt, um den
Spielfluss nicht zu unterbrechen. Mehr die englische Linie also."
Jens Lehmann:
"Der Mann gibt sein Bestes, aber wenn ich mein Bestes gebe und es reicht
nicht, dann bin ich irgendwann weg. Ich denke bei einem Schiedsrichter sollte
es genau so sein", so Lehmann. "Es ist schade, dass man mit solchen
Leuten konfrontiert wird."