31. Juli 2008 -
Testspiel VfB - Arsenal 1:3 - Großes Lob für Lehmann
Stuttgart - Der
VfB verlor das Testspiel gegen den FC Arsenal 1:3 (0:0), und doch gab es bei den
Roten einen Gewinner. Jens Lehmann, der neue Torwart, wurde von den Fans
gefeiert.
Die Funken sprühten,
als Lehmann erstmals den Rasen der Mercedes-Benz-Arena betrat - und den
Anhängern der Roten wurde es warm ums Herz. Sie freuten sich auf den Mann, der
der Abwehr neuen Halt geben soll. Lehmann weiß um diese Aufgabe. Vor dem Anpfiff
lief er zu jedem seiner neuen Mitspieler, klatschte alle ab. Als er seinen Platz
im Tor einnahm, jubelte die Cannstatter Kurve. Willkommen in Stuttgart.
Zehn Minuten hatte Lehmann keinen Ballkontakt, dann tauchte Robin van Persie
alleine vor ihm auf. Der VfB-Keeper ahnte, was sein früherer Teamkollege
vorhaben würde - er blieb stehen und pflückte den Heber des Arsenal-Stürmers
herunter. Besser hätte er nicht beginnen können, und draußen freute sich Horst
Heldt diebisch über die erste Aktion des Keepers. "Wir haben im Vorfeld mit
unseren Abwehrleuten abgesprochen, dass sie ihn sich in Szene setzen lassen",
flachste der Sportdirektor, "doch im Ernst: Jens ist ein klasse Torhüter."
Das bewies der 38-Jährige auch gegen Theo Walcott, dessen Schuss aus fünf Metern
er mit einem Reflex zur Ecke lenkte (27.). Die VfB-Fans feierten Lehmann,
Trainer Armin Veh lobte ihn: "Er hält überragend, und er hat große Ausstrahlung.
Er wird ein ganz wichtiger Mann für uns."
Das sieht Mario Gomez genauso. Der Angreifer spürte, welche Souveränität Lehmann
ausstrahlte. "Auf der Linie gibt es nicht viele, die besser sind", meinte Gomez,
"in Deutschland gar keinen." Lehmann war es fast zu viel der Euphorie. "Es ist
mein erster Tag in Stuttgart. Ich bin froh vom Publikum so aufgenommen zu
werden."
Was die Fans weniger freute: Im Spiel nach vorne ging nicht viel zusammen. Jan
Simak, der im Mittelfeld den Vorzug vor Yildiray Bastürk erhalten hatte, blieb
blass. Mario Gomez war zwar stets präsent, bekam aber keine Anspiele. Wenigstens
schuf er Räume für Ciprian Marica. Der Rumäne gab den einzigen Schuss vor dem
Wechsel aufs Gäste-Tor ab: Manuel Almunia hielt (18.).
Überraschend ging der VfB nach der Pause in Führung. Martin Lanig passte auf den
eingewechselten Bastürk, der schnell abzog und ins linke Eck traf (51.). Danach
zeigte sich, dass die Bank der Londoner offenbar um einiges stärker besetzt ist.
Den VfB brachten die Wechselspiele durcheinander, Arsenal dagegen wurde immer
besser. Und die Abwehr ließ Lehmann ein ums andere Mal im Stich. Gegen Vela
(58.), Bendtner (65.) und Wilshere (73.) war er machtlos.
Schwer tat sich bei seinem ersten Spiel für den VfB Khalid Boulahrouz. Der
Holländer begann rechts in der Viererkette, nach der Pause rückte er nach innen
- und ging mit den Kollegen unter. "Die Niederlage ist nicht tragisch, wir haben
vor der Pause überzeugt", sagte Veh, "danach war zu sehen, dass die Jungen noch
viel lernen müssen."
Manuel Fischer kann der Trainer damit nicht gemeint haben. Der Stürmer wurde als
einziger VfB-Spieler nicht eingesetzt.
Quelle: Stuttgarter
Nachrichten/vfb.de/viewimages
29. Juli 2008 -
Deutschunterricht bei Arsenal - mit Jens Lehmann
Zwar steht Jens Lehmann in der kommenden
Saison nicht mehr in England im Tor, trotzdem spielt der Nationaltorhüter noch
immer eine wichtige Rolle bei seinem Ex-Verein Arsenal: Er soll englische
Schüler motivieren, Deutsch zu lernen.
Lehmann
tut das nicht persönlich, sondern in Form einer Comicfigur, die durch ein
Deutsch-Übungsheft führt. Herausgegeben wird es von Arsenal und dem
Goethe-Institut. Man kann darin Lehmann zum Beispiel vom Aufstehen bis zum
Zubettgehen durch den Tag begleiten und zugleich verschiedene Satzstellungen
lernen. Das Lehrmaterial mit Schwerpunkt Fußball ist Teil von "Double Club",
einem Schulprojekt des Vereins, das 1998 aus der Taufe gehoben wurde. Das
Programm verband ursprünglich unterrichtsergänzende nachmittägliche Übungen in
Englisch und Mathematik mit einer anschließenden Fußball-Trainingseinheit,
geleitet von Arsenal-Coaches.
Der Sport wirkte als
erfolgreicher Anreiz, sich intensiver mit den Fächern zu befassen, und bald
wurde das Projekt ausgebaut: Mittlerweile gibt es "Double-Club"-Module für
Geographie, Geschichte, Deutsch, Französisch und Spanisch. Mehr als 70 Schulen
und 17 weitere Fußballvereine in ganz Großbritannien beteiligen sich an dem
Programm. Ein Spiel hat auch hier 90 Minuten: je eine Halbzeit Unterricht und
Training.
28. Juli 2008 - Der Traum von Europa lebt
weiter - Stuttgart-Ramenskoje 3:0
Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist nach großen Anlaufschwierigkeiten in die
zweite Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals eingezogen. In der Verlängerung
bezwang der müde wirkende Bundesligist im UI-Cup-Rückspiel den FK Saturn
Ramenskoje 3:0 (1:0, 0:0).
Die Stuttgarter wahrten damit ihre Chance in der neuen Saison auf der
europäischen Fußball-Bühne mitwirken zu dürfen. Jan Simak mit einem direkt
verwandelten Freistoß (83. Minute) und Ciprian Marica mit einem Doppelschlag
(108. und 109.) in der Verlängerung verhinderten nach der
0:1-Hinspiel-Niederlage ein peinliches Ausscheiden.
Die erst aus dem
Trainingslager zurückgekehrten Schwaben konnten bei drückender Schwüle vor
12 600 Zuschauern im Daimler-Stadion trotz des am Schluss deutlichen Sieges
nie richtig überzeugen. Bis zum Start der Punktspielrunde steht Trainer Armin
Veh noch viel Arbeit bevor.
Eine Messlatte für das Leistungsvermögen des
Bundesligisten war die lästige Pflichtaufgabe nicht. Mehr Aufschlüsse über das
wahre Potenzial dürfte der reizvolle und prestigeträchtige Test gegen den
englischen Spitzenclub FC Arsenal geben, dem die Schwaben entgegenfiebern.
Gegen seinen alten Verein soll Jens Lehmann seine Premiere beim VfB feiern.Am Sonntagabend weilte der Nationaltorwart nicht einmal im Stadion.
Sportdirektor Horst Heldt spielte das Fehlen des prominenten Neuzugangs
herunter: «Das ist kein Problem, das war so abgestimmt. Jens muss noch ein paar
private Dinge regeln.»
Quellen: spox und ftd
24.
Juli 2008 - "Immer das nächste Spiel gewinnen"
Im Trainingslager in Going stellte sich der neue
VfB-Keeper Jens Lehmann den Fragen der Medienvertreter, nachdem er am Morgen
erstmals im Kreise der Veh-Elf trainiert hatte. Auch
www.vfb.de stand der Nationalkeeper Rede und Antwort.
Jens, welchen Einfluss haben Mario Gomez und Thomas Hitzlsperger bei Deinem
Wechsel vom FC Arsenal nach Stuttgart gehabt? Jens Lehmann: "Es war keine große Fürsprache durch meine zwei
Nationalmannschaftskollegen notwendig, denn ich hatte ja keine zehn Angebote
vorliegen. Ich hätte in England bleiben können und es gab auch noch eine weitere
Anfrage aus Deutschland. Ich habe mich für den VfB entschieden, da die
Mannschaft Qualität besitzt. Schließlich wurde sie vor etwas mehr als einem Jahr
Deutscher Meister. Diese Mannschaft hat schon Großes geleistet. Zudem macht der
Trainer einen guten Eindruck auf mich, denn er lässt so spielen, wie ich es mir
wünsche. Für mich war nach meiner Zeit bei Arsenal entscheidend, dass ich zu
einer Mannschaft komme, die nicht komplett anders agiert."
Dennoch wird es Unterschiede zwischen der englischen Premier League und der
Bundesliga geben. Wo liegen diese Deiner Meinung nach? Jens Lehmann: "In England passiert im Strafraum wesentlich mehr
als in der Bundesliga. Man muss natürlich immer darauf achten, dass man nicht
übertreibt. Das war beispielsweise bei der Verletzung von Petr Cech der Fall.
Aber insgesamt geht es in der Premier League wesentlich aggressiver zu.
Deutschland kommt einem als Torwart da fast schon wie das Schlaraffenland vor,
denn es wird vorsichtiger gespielt und schneller abgepfiffen. Das ist dann
vielleicht manchmal nicht so attraktiv für die Zuschauer. Doch wir wollen den
Fans etwas bieten und das Publikum unterhalten."
Und wann wird das Stuttgarter Publikum erstmals von Jens Lehmann unterhalten? Jens Lehmann: "Ich denke, dass das Pokalspiel meine erste
Pflichtpartie für den VfB sein wird. Natürlich hoffe ich zuvor auf das
Freundschaftsspiel gegen meinen alten Verein Arsenal London am kommenden
Mittwoch. Ich war jetzt zwar im Urlaub, aber ich bin fit. Jetzt muss ich noch
ein bisschen testen, um zu schauen wie es geht. Ich denke aber, dass ich in
einer Woche dann so weit sein werde."
Wie siehst Du Deine Rolle im VfB-Team? Jens Lehmann: "Aufgrund meiner Erfahrung bin ich ein Spieler,
dem man schon auch mal zuhören sollte, wenn er etwas sagt. Ich höre immer zu,
denn ich lerne gerne. Bei den Älteren sollten die anderen Spieler besonders
hinhören, denn da kommt normal was bei herum."
Welche Ziele verfolgst Du in Stuttgart? Jens Lehmann: "Ich will immer das nächste Spiel gewinnen. Wenn
das gelingt, dann hat man alles richtig gemacht. Ich habe gelesen, dass die
ersten drei Plätze in der Bundesliga ganz offensichtlich schon an Bayern,
Schalke und Bremen vergeben sind. Nur die Reihenfolge ist noch nicht so klar.
Für die anderen Vereine, auch für den VfB, sollte dies eine Herausforderung
sein."
Und international? Wie geht es in der Nationalmannschaft für Dich weiter? Jens Lehmann: "Ich werde mit Joachim Löw reden. In meinem
Urlaub habe ich von einem anstehenden Generationswechsel im Tor gehört und dass
ich mich erklären solle. Aber ich frage mich, warum eigentlich ich eine
Entscheidung treffen soll?"
Zurück zum VfB. Wie gut kennst Du Deinen zukünftigen Trainer Ebbo Traunter und
Deine beiden Torhüterkollegen Sven Ulreich und Alexander Stolz? Jens Lehmann: "Gegen Ebbo Trautner habe ich früher schon
gespielt. Außerdem war er in Stuttgart auch mal beim Training der
Nationalmannschaft und hat zugeschaut. Sven Ulreichs Spiele in der letzten
Saison habe ich gesehen, bei Alex ist es so, dass ich ihn jetzt am vergangenen
Wochenende im UI-Cup zum ersten Mal beobachten konnte. Beide sind jung und
talentiert und können sicher noch dazu lernen. Sich etwas abzuschauen ist immer
gut. Das habe ich auch in der Nationalmannschaft mit Robert Enke und René Adler
erfahren."
Hast Du in Stuttgart eigentlich schon eine Wohnung gefunden? Jens Lehmann: "Wenn wir zurückkommen, werde ich erst im Hotel
wohnen. Ich habe mir schon ein paar Wohnungen angeschaut und eine davon hat mir
auch ganz gut gefallen."
Am Mittwoch geht es bei der Saisoneröffnung gegen Arsenal. Freust Du Dich schon
auf das Wiedersehen mit den alten Kollegen? Jens Lehmann: "Natürlich. Denn es gibt auch Dinge, die ich nach
meinem Abschied aus London vermissen werde. Freunde und auch einige
Teamkollegen. Aber so ist das Geschäft und wir wollten mit der Familie auch
wieder zurück nach Deutschland."
24.
Juli 2008 - Jens
Lehmann in Stuttgart angekommen
Jens
Lehmann hat heute seine erste Trainingseinheit beim VfB Stuttgart absolviert.
Dabei wurde er von den Zuschauern begeistert empfangen.
Nationaltorwart Jens
Lehmann hat 25 Tage nach dem EM-Finale und als letzter Spieler das Training beim
VfB Stuttgart aufgenommen. Der Neuzugang absolvierte am Donnerstagmorgen im
Trainingslager im österreichischen Going seine erste Übungseinheit für den
Bundesligisten, bei dem er einen Einjahresvertrag unterschrieben hat. Dabei wurde er von den Zuschauern frenetisch empfangen. Lehmann tritt die
Nachfolge des glücklosen Raphael Schäfer an und soll dem Defensiv-Verbund des
VfB mehr Sicherheit verleihen.
19.
Juli 2008 - UI-Cup Hinspiel gegen Saturn Ramenskoje: Stuttgart verliert 0:1
Schwaben überzeugten
dennoch
Der VfB Stuttgart
verlor am Samstagnachmittag das UI-Cup Spiel gegen Saturn Ramenskoje mit 0:1.
Die Stuttgarter zeigten trotz des Fehlens wichtiger Spieler und mitten in der
Vorbereitung zum Bundesligastart eine sehr gute Leistung gegen den russischen
Erstligaverein Saturn Ramenskoje. Dabei überzeugten die Schwaben in beiden
Hälften mit zahlreichen Chancen und gutem Passspiel.
Geschockt durch den frühen Gegentreffers in der 3. Minute, konnten sich die
Schwaben schnell wieder ordnen und boten ein starkes Offensiv-Spiel auf das Tor
der Russen. Dennoch gelang ihnen kein Treffer. Im zweiten Durchgang wurden die
Russen zunehmend unsicherer. Aber trotz der spielerischen Überlegenheit der
Roten gab es einige Aussetzer in der Abwehr, was auch zu Torschüssen für
Ramenskoja führte.
Letztendlich überzeugte der VfB Stuttgart spielerisch, konnte sich aber nicht
mit einem Torerfolg durchsetzen und verlor somit unglücklich mit 1:0.
Quelle: Stuttgart Journal
5. Juli 2008 - Löw kündigt
"Generationswechsel" an
Das Ende der Karriere von Jens Lehmann im Tor der
deutschen Fußball-Nationalmannschaft steht offenbar bevor. „Sicherlich wird
es bald einen Generationenwechsel im Tor geben. Jens ist schließlich 38 Jahre
alt, und wir haben junge Torhüter wie Rene Adler und Manuel Neuer, die ihre
Qualität unter Beweis gestellt haben“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am
Rande des DFB-Kongresses in Frankfurt. Einen konkreten Zeitplan nannte Löw
jedoch nicht.
Mit Lehmann habe es seit dem verlorenen EM-Finale
gegen Spanien (0:1) und der EM-Abschiedsfete der Nationalelf in Berlin keinen
Kontakt gegeben. „Wir werden uns Zeit lassen und dann ein Gespräch führen.
Es braucht Zeit, um die Gedanken zu ordnen“, erklärte Löw. Lehmann hatte
sich nach der EM nicht konkret über seine Zukunft geäußert. Er werde sich
Zeit nehmen und in Ruhe überlegen, sagte der Torwart, der beim VfB Stuttgart
einen Einjahresvertrag unterzeichnet hat.